Der „Innenstadt-Papst“ Christian Klotz nannte bei seinem vielbeachteten Vortrag 2019 die Altstadt-Passage einen „Schandfleck“. Das mag manchem dort ansässigen Geschäft nicht gerecht werden. Doch mit dem seit zwei Jahren blinkendem „Spiele-Laden“ gewinnt die Beschreibung des Innenstadt-Experten an Plausibilität. Wer sich unter einem „Spiele Laden“ Tisch-Kicker, UNO und liebevoll sortierte Puzzles vorstellt, der irrt. Stattdessen stehen Spielautomaten und -konsolen in verschiedensten Ausführungen in einem schmucklosen Raum, der zum Zocken animiert – ohne Toilette, aber mit Kaugummiautomat. Blinklichter, Soundeffekte, Dauerbeschallung. Zielgruppe: Kinder und Jugendliche. Bei ähnlichen Plänen für Kulmbach gab es kritische Stimmen im Stadtrat. Hauptargument: die Spielsucht werde gefördert. Automaten sind mit über 80 Prozent die häufigste Form von Spielsucht. Und selbst wenn es nicht soweit kommt, ist es immer ein trauriger Anblick, wenn Kinder wie in Trance vorm Bildschirm sitzen. Zugegeben – solche Szenen kennt man auch vom heimischen Smartphone. Man könnte sich beim Angebot für Familien aber auch nach oben orientieren statt nach unten. Zum Beispiel am neu eröffneten Café „Honighaus“ nahe der Marienkirche: ein Familiencafé mit großzügigem Spielebereich, gepflegter Einrichtung, einer herzlichen persönlichen Betreuung und Atmosphäre zum Verweilen. So kann Innenstadt auch gehen.





