Der Dicke Hund mag Fahrradfahrer. Sie verpesten nicht die Luft, nehmen nicht so viel Platz weg wie Autos und tun außerdem etwas für ihre Gesundheit. Deshalb gibt es ein freudiges Schwanzwedeln für jeden neuen Fahrradweg. Auch in der Hofer Flaniermeile, der Ludwigstraße. Hier rollen Radfahrer bequem von der Altstadt in Richtung Theresienstein, vorbei an Rathaus, Geschäften und Cafés. Im September 2025 wurde dort ein Fahrradstreifen für mehr Sicherheit angebracht. Zumindest war das der Plan. Doch was ist das? Nur wenige Monate später sollen die strahlend weißen Linien samt Piktogrammen auf dem Asphalt schon wieder verschwinden. Kostenpunkt: 1.500 Euro. Der Grund: Der Fahrradstreifen sorgt offenbar nicht für mehr Schutz, sondern kann Radfahrer sogar in Gefahr bringen. Denn wer auf dem markierten Streifen unterwegs ist, fühlt sich zwar sicher. Das Problem ist nur: Ausparkende Autofahrer sehen die Radfahrer unter Umständen nicht rechtzeitig. Zumindest im Bereich unterhalb des Rathauses, wo die Parkplätze quer zur Fahrbahn angeordnet sind und Fahrzeuge rückwärts ausparken müssen. Das eigentlich Erstaunliche daran: Vor genau diesem Szenario hatte die Polizei bereits vor der Einführung des Fahrradstreifens gewarnt. Und – Überraschung, Überraschung – nur wenige Monate später kam es genau zu einem solchen Zusammenstoß. Aus dem Fahrradstreifen wurde damit ein Unfallstreifen – mit einem verletzten Radfahrer. Der Dicke Hund fragt sich: Wäre es nicht klüger gewesen, gleich auf die Polizei zu hören?



