Der Dicke Hund im August

Der Dicke Hund fährt gerne Auto. Nicht aus Bequemlichkeit – schließlich geht er die meisten Wege lieber auf vier Pfoten. Aber wer im Hofer Land lebt, weiß: Ohne Auto wird der Alltag schnell zum Hindernislauf. Der Weg zur Arbeit, zum Einkaufen oder zum Sportverein ist selten mit Straßenbahn oder U-Bahn zu bewältigen. Und so gehört der Blick auf die Zapfsäule für viele Menschen hier fast schon zur Wochenroutine. Doch genau dieser Blick sorgt derzeit wieder für Schnappatmung. Anfang Juli lief in Deutschland der Tankrabatt aus – und die Preise an den Zapfsäulen machten einen ordentlichen Satz nach oben. Kaum hatte man sich daran gewöhnt, fiel am 20.Juli auch noch in Tschechien die Preisbremse für Kraftstoffe. Ausgerechnet dort also, wo viele Menschen aus der Region
bislang wenigstens ein wenig sparen konnten. Über Jahre war der Tanktourismus
nach Asch, Mokřiny, Vojtanov und co fast schon ein Ritual. Natürlich freute sich der Dicke Hund nicht darüber, dass Kaufkraft regelmäßig über die Grenze wanderte. Das Geld hätte schließlich auch gerne im Hofer Land bleiben dürfen. Aber vielen Autofahrern konnte man den Abstecher kaum verdenken. Wer bei einer Tankfüllung zehn oder fünfzehn Euro spart, überlegt nicht lange – erst recht nicht in Zeiten, in denen ohnehin alles teurer wird. Nun wird auch dieser kleine Preisvorteil Stück für Stück aufgefressen. Also wohin jetzt? In Hof teuer tanken? Oder in Tschechien etwas weniger teuer? Der Dicke Hund hat lange überlegt, kennt die Antwort aber auch nicht. Deshalb richtet er einen Wunsch nach Berlin. Wenn steigende Energiepreise Familien, Pendler, Handwerker und Unternehmen gleichermaßen belasten, dann braucht es mehr als wohlklingende Durchhalte-
parolen. Ob Tankrabatt, niedrigere Energiesteuern oder ein anderes wirksames Modell – darüber lässt sich streiten. Aber einfach zuzusehen, wie Autofahrer Monat für Monat tiefer in die Tasche greifen müssen, kann auf Dauer keine Lösung sein.