Der Lichtblick im April

Von wegen quietschende Streichkonzerte auf unbequemen Stühlen. Wer aus Angst vor Klassik die Konzerte der Hofer Symphoniker verpasst, ist selbst schuld. Zum 80. Jubiläum zeigt das Orchester, was in ihm steckt. Das Konzert „The Sound of James Bond“ versetzte die Freiheitshalle in die actionreiche Welt des berühmtesten Geheimagenten aller Zeiten. Legendäre Soundtracks wie „Skyfall“ und „Goldfinger“ erklangen mit voller Wucht – begleitet von der deutschen Stimme des von Daniel Craig verkörperten James Bond, live auf der Bühne und mit vielen spannenden Hintergrundgeschichten. Der nächste Höhepunkt, „Amadeus rockt“, ist bereits ausverkauft. So soll es sein. Für Familien steht im April das berühmte Kinderbuch „Der kleine Prinz“ auf dem Programm, im Dezember folgt das unverwechselbar weihnachtliche Filmkonzert „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“. Was 1945 im Nachkriegs-Hof mit vielen Sudetenflüchtlingen begann, ist heute ein Aushängeschild für Hof – und ein Beweis dafür, dass Hochkultur alles andere als abgehoben ist.

Der Lichtblick im März

Im März blickt die deutsche Eisenbahnwelt nach Hof: Der Fahrgastverband ProBahn hält hier seinen Bundesverbandstag 2026 ab – und erinnert damit an die lange und prägende Geschichte der Hofs als Eisenbahnerstadt. Noch heute zeugt das imposante Empfangsgebäude des Sächsisch-Bayerischen Bahnhofs mit seinen Königsälen von dieser bedeutenden Vergangenheit. Doch das Dornröschen bröckelt vor sich hin. Die Stadt Hof will beim Eigentümer, der Bahn, Bewegung in die Sache bringen; mit einer Machbarkeitsstudie und verschiedenen Arbeitsgruppen zum Handeln. Die Eisenbahnfreunde werden zweifellos beeindruckt sein, wenn ihre Blicke über die prunkvollen historischen Decken schweifen – allerdings dürfte die Begeisterung schnell verfliegen, wenn die Gäste die sanitären Anlagen aufsuchen. Der Verbandstag will das Thema Schiene feiern, aber auch den Finger in die Wunde legen. Kaum ein Ort könnte geschichtsträchtiger sein: 1989 blickte die Welt nach Hof – dem Tor zur Freiheit für Tausende Prager Botschaftsflüchtlinge. Die Stadt wurde als offizieller Ort der Demokratiegeschichte ausgezeichnet. Wenn ein solcher Ort verfällt – welches Zeichen setzt das für die Demokratie?

Der Dicke Hund im März

Der „Innenstadt-Papst“ Christian Klotz nannte bei seinem vielbeachteten Vortrag 2019 die Altstadt-Passage einen „Schandfleck“. Das mag manchem dort ansässigen Geschäft nicht gerecht werden. Doch mit dem seit zwei Jahren blinkendem „Spiele-Laden“ gewinnt die Beschreibung des Innenstadt-Experten an Plausibilität. Wer sich unter einem „Spiele Laden“ Tisch-Kicker, UNO und liebevoll sortierte Puzzles vorstellt, der irrt. Stattdessen stehen Spielautomaten und -konsolen in verschiedensten Ausführungen in einem schmucklosen Raum, der zum Zocken animiert – ohne Toilette, aber mit Kaugummiautomat. Blinklichter, Soundeffekte, Dauerbeschallung. Zielgruppe: Kinder und Jugendliche. Bei ähnlichen Plänen für Kulmbach gab es kritische Stimmen im Stadtrat. Hauptargument: die Spielsucht werde gefördert. Automaten sind mit über 80 Prozent die häufigste Form von Spielsucht. Und selbst wenn es nicht soweit kommt, ist es immer ein trauriger Anblick, wenn Kinder wie in Trance vorm Bildschirm sitzen. Zugegeben – solche Szenen kennt man auch vom heimischen Smartphone. Man könnte sich beim Angebot für Familien aber auch nach oben orientieren statt nach unten. Zum Beispiel am neu eröffneten Café „Honighaus“ nahe der Marienkirche: ein Familiencafé mit großzügigem Spielebereich, gepflegter Einrichtung, einer herzlichen persönlichen Betreuung und Atmosphäre zum Verweilen. So kann Innenstadt auch gehen.

Der Dicke Hund im Februar

„Hof ist eine Bierstadt“, das war ein Werbespruch, der bis vor wenigen Jahrzehnten mt Fug und Recht bestand. Von „B“ wie Bavaria- und Bürgerbräu über Deininger-, Falter-, Löwen-und Meinel- bis zu Scherdel-, Schmidt‘s Heiner- und „Z“ wie Zeltbräu. Übrig geblieben sind mit der Brauerei Scherdel und der Meinel-Bräu zwei Brauereien. Für Scherdel wurde zum Jahresende die Schließung bekanntgegeben, so dass dann nur noch die familiengeführte Meinel-Bräu übrig bleibt. Freilich stellen sich Fragen auf, wie: Was wird dann mit der Belieferung zum traditionellen Hofer Schlappentag? Nach der Schließung der Hofer Zeltbräu hatte die Scherdelbräu das Schlappenbier eingebraut und auf den Markt gebracht. Das ist auch dieses Jahr gesichert. Wer aber im kommenden Jahr das Bier zum Hofer Schlappentag einbraut steht noch nicht fest. Auf die Meinelbräu als dann letzte Hofer Brauerei wartet eine große Aufgabe als die im kommenden Jahr letzte Bierbrauerei in der Stadt Hof. Ganz nach dem Motto: Es gibt viel zu tun, packen wir‘s an. Oder in diesem Fall: Es gibt viel zu tun, drink mer nuch aans!“.

Der Lichtblick im Februar

Am Aschermittwoch ist alles vorbei, sagt ein altes Faschingslied, heißt in diesem Jahr also am 18.Februar. Bis dahin ist der Faschingskalender prall gefüllt mit Terminen für große und kleine Narren. In der Region laden Vereine und Gaststätten zum Faschingstreiben ein. Besonders freuen darf man sich auf die Umzüge in Töpen, Marktredwitz, Arzberg und Plauen. Auch die Zuschauer sollten sich zumindest mit Hütchen, Pappnase oder anderem lustigen Utensil ausstatten und gute Laune mitbringen. Eine besondere Tradition lebt am Rosenmontag in Bischofsgrün im Fichtelgebirge auf. Dort wird versucht, mit dem Bau des größten Schneemanns einen Rekord aufzustellen. Am Aschermittwoch ist das närrische Treiben vorbei. Zumindest bei uns in der Region. Einen schönen Februar wünscht Ihr hof-programm-Team.

Der Lichtblick im Januar

Es war die spektakulärste Flucht in der Geschichte der DDR. So unglaublich das weltweit darüber berichtet wurde und zwei abendfüllende Kinofilme darüber gedreht wurden. Am 16. September 1979 gelang den Familien Wetzel und Strelzyk die Flucht mit einem selbst konstruierten und gebauten Heißluftballon. Auch in den USA fand die Flucht von Pößneck über die innerdeutsche Grenze nach Naila soviel Aufmerksamkeit das 1982 ein spannender Kinofilm unter dem Titel: „Mit dem Wind nach Westen“ gedreht wurde. Erneut verfilmt als Thriller wurde die Geschichte unter dem Titel: Ballon“, 2018 von Michael Herbig. Über Jahre wurde der Originalballon an das Haus der Bayerischen Geschichte in Regensburg ausgeliehen. Nach Beendigung der aufwändigen Renovierungs- und Umbauarbeiten am ehemaligen Weka-Kaufhaus die sich über acht Jahre hinzogen fand der Ballon jetzt endgültig seine Heimat in Naila. Mit VR-Brillen können die Besucherinnen und Besucher die Flucht realistisch nacherleben. Geöffnet ist das Heimatmuseum im Bürger- und Familienzentrum „Forum Naila“ zur Zeit immer sonntags, jeweils von 14 bis 17 Uhr.