Der Dicke Hund im Juli

„Man muss die Feste feiern, wie sie fallen“ sagt ein altes Sprichwort. Das ging im Juni beim Schlappentag, dem Hofer Nationalfeiertag, leider gründlich daneben. Das immaterielle Bayerische Kulturerbe wurde in diesem Jahr gestrichen, trotz einer jahrhundertelangen Tradition. Sei‘s drum, vorbei ist vorbei. „Gfressna Broodwerscht“ wie der Hofer sagt, wenn sich etwas von selbst erledigt hat. Von selbst erledigt hat sich auch eine Veranstaltung im Zentrum der Stadt Hof. „Stadtradeln“ nannte sich das ganze, was erst einmal gut klingt. Verbunden damit allerdings ein verkaufsoffener Sonntag, den die Gewerkschaft Verdi heftig kritisierte und sogar Beschwerde einlegte. Das führte dazu, dass sich der Genehmigungsweg verlängerte und die Stadt und die Gewerbetreibenden letztlich nur wenige Tage Zeit hatten den verkaufsoffenen Sonntag vorzubereiten. Das sollte sich rächen. Der Radl-Einkaufssonntag wurde kurzfristig durchgeführt – und zum brutalen Flop. Verdis Bedenken bestätigten sich: Radeln und Einkaufsbummel passen nicht zusammen. Wer zum Shoppen nach Hof fährt, nimmt in der Regel das Auto. Und genau dieser motorisierte Untersatz hatte es am verkaufsoffenem Radl-Sonntag schwer: Die Straßen der Innenstadt wurden fahrradfreundlich für den motorisierten Verkehr gesperrt. Autofahrern – egal wie einkaufswillig – wurde der Bummel schwer gemacht. Am Ende warteten Verkäufer und Verkäuferinnen vergeblich auf eine Käuferschar, die mit dem Auto lieber Seen und Freibäder ansteuerte. Gut gemeint ist nicht gleich gut gemacht und mit mehr Vorlauf wäre die offenkundige Diskrepanz der beiden Zielgruppen vielleicht aufgefallen. So hofft zumindest der Dicke Hund mit Blick auf die Zukunft. Sonst gibt es als nächstes vegane Stadtfeste mit Bratwurstbuden.

Hofoskop: Löwe (23.07.-23.08.)

Das Motto des Sternzeichen Löwe lautet: „Ich will.“ Es sind strahlende, selbstbewusste und starke Persönlichkeiten, die es lieben, im Mittelpunkt zu stehen. Wer einen typischen Löwen charakterisieren will, kommt an einem Vergleich mit seinem tierischen Äquivalent nicht vorbei. Auftreten ist für ihn alles. Der Löwe gilt als der König der Tierwelt und tritt stets majestätisch, stolz und selbstbewusst auf. Löwen haben außerdem die Gabe, andere Menschen mit ihrer positiven Energie anzustecken und sie zu motivieren. Das Kätzchen kann allerdings auch die Krallen ausfahren. Beispielsweise wenn es um seine für sie heilige Familie geht. Löwe-Geborene führen gerne ein Leben mit Statussymbolen und lieben den Genuss. Gleichzeitig sind sie sehr großzügig. Sie sind der festen Überzeugung, dass sie selbst, aber auch alle anderen nur das Beste verdient haben. In ihrem Umfeld fühlt sich jeder sofort wohl und geborgen, denn das Sternzeichen Löwe ist sehr gönnerhaft und strahlt eine besondere Wärme aus. Der Löwe ruft aber auch schnell Neider hervor – doch tatsächlich erarbeitet sich ein Löwe seine Freuden mit einer unermüdlichen Arbeitsmoral. Für die Familie setzt er sich ohne Wenn und Aber ein und geht, wenn es sein muss, über Leichen, um das Beste für die Liebsten zu erreichen.

Der Lichtblick im Juli

Dass es ausgerechnet im Jahr der Katastrophenmeldungen eine ausgesprochen gute Nachricht für die Stadt Hof geben sollte, hatte niemand erwartet. Und doch, sie kam: Das Gelände zwischen Bismarckstraße und Marienstraße, Friedrich- und Schillerstraße, wo früher der „Zentralkauf“ stand, wurde gekauft von einer bayerischen Investorengruppe. Die wartet mit Ideen und Plänen auf, mit denen der über 10.000 qm großen Brachfläche und damit auch der gesamten Umgebung wieder Leben eingehaucht wird. Schluss mit dem Dornröschen-Schlaf, jetzt heißt es „Hof wacht auf!“. Wo bei der Vorgänger-Gruppe noch geplant war, ein gewaltiges Einkaufszentrum namens „Hof-Galerie“ hinzubauen, sollen nun auf dem „Schiller-Quartier“ in mehreren Bauabschnitten Häuser entstehen mit Praxen, Wohnungen, einer Tiefgarage mit 400 Parkplätzen, aber auch einem öffentlich zugänglichen Park mit Restaurants und Cafés. Darüber ist nicht nur Oberbürgermeisterin Eva Döhla höchst erfreut, die mit der bedeutendsten Innenstadt-Investition seit Jahrzehnten einen kräftigen Schub für Hof als Gesundheits- und Wirtschaftsstandort sieht. Mit dem eigentlichen Baubeginnn wird Mitte nächsten Jahres gerechnet. Für uns der Lichtblick des Monats.

Der Dicke Hund im Juni

In den letzten Jahrzehnten gab es vor dem Hofer Volksfest nur eine Frage, die die Menschen bewegte: „Wos kost‘n heier die Mooß Bier?“ In den letzten beiden Jahren stellte sich die Frage nicht. Die Gründe waren pandemisch und können abgehakt werden. In diesem Jahr dann Erleichterung, nachdem sogar das Münchener Oktoberfest grünes Licht bekommen hatte. Da die Hofer Volksfestwirte als bisherige Betreiber Bedenken hatten, dass das teure Festzelt sich finanziell nicht stemmen lassen würde, schlugen sie einen „Open-Air-Biergarten“ vor, was abgelehnt wurde. Dafür bekam die Allgäuer Mörz Festzeltbetriebs GmbH den Zuschlag. Die hatte unter anderem auch das Bayreuther Volksfest betrieben, hier aber kurzfristig abgesagt, so dass es nun ohne Festzelt stattfindet. Dadurch aufgeschreckt, versucht die Stadt Hof verzweifelt, ein ähnliches Schicksal für ihr Volksfest Ende Juli zu verhindern. Die Stadt erwarte eine Aussage, um die Firma Mörz zu ihrer Teilnahme am Volksfest zu drängen. Interessant aber ist eine Erklärung für ihren Mörz-Zuschlag. In einem Frankenpost-Artikel heißt es, „die Stadt“ erkläre, dass Mörz „durch die Größe seines Unternehmens das coronabedingte Risiko leichter tragen“ könne. Ein Irrglaube, der die Stadt Hof einmal mehr in schwere Bedrängnis bringt. Es bleibt zu hoffen, dass städtische Phrasendrescher, die derartige Fehlentscheidungen in die Wege leiten, bald einer sinnvollen Tätigkeit nachgehen können. Für das Volksfest zum Beispiel werden noch dringend Kellner und Bedienungen gesucht. Für den Biergarten und – mit viel Glück – auch für das Bierzelt.

Der Lichtblick im Juni

Es ist schon bedenklich: Erst in schlechten Zeiten besinnt man sich auf das Wichtige. Was brauchen wir wirklich zum Leben? Sieht man sich die Supermarkt-Prospekte an, die einem Woche für Woche ins Haus flattern, könnte man das Meiste streichen. Ein Überangebot an Lebensmitteln, meist industriell gefertigt und in Plastik verpackt. Jeder weiß, die Überproduktion hat zur Wegwerfgesellschaft geführt. Nicht mehr benötigte Lebensmittel landen auf dem Müll, die Plastikberge steigen. Allein das wäre schon ein Grund zum Umdenken. Nicht mehr den Einkaufswagen vollschlichten, weil ja alles (angeblich) so billig ist. Sondern gezielt einkaufen. Nur das, was man wirklich braucht zum gesunden Leben. Und siehe da, wir entdecken, dass wir in der Genussregion leben, die man sich wünscht. Nirgendwo gibt es mehr Bäcker und Metzger als bei uns in Oberfranken. Da weiß man, wo Brot und andere Backwaren, wo das Fleisch und die Würste herkommen. Immer mehr Bauern haben, um nicht mehr dem Preisdruck der Konzerne ausgesetzt zu sein, ihre eigenen Verkaufsstellen eingerichtet. Kleine Holzhäuser, in denen man frische Milch in Mehrwegflaschen abfüllen kann, wo es Eier von freilaufenden Hühnern und Fleisch und Wurst von den Strohschweinen und Rindern des Bauernhofs gibt. Oder auch Kartoffeln und Mehl und andere schmackhafte, gesunde Lebensmittel. Vor Ort kaufen, frisch, möglichst unverpackt und ohne lange Transportwege. Für uns der Lichtblick des Monats.

Hofoskop: Krebs (22.06.-22.07.)

Der Krebs ist eines der gefühlvollsten und empfindlichsten aller Sternzeichen. Sein Herz ist meist stärker als Logik und Verstand. Oft lässt er sich von seinem Bauchgefühl leiten und trifft Entscheidungen, die aus rationaler Sicht keinen Sinn ergeben. Das lässt ihn auf sein Umfeld oft kauzig erscheinen, aber oftmals liegt er mit seinen Vermutungen eben genau richtig. Die gefühlvolle Seite kann jedoch auch ein Problem darstellen. Nicht selten schleppt er Verletzungen und Enttäuschungen lange mit sich herum. Manche nennen ihn nachtragend, denn ein gutes Gedächtnis hat der Krebs auch noch. Außerdem haben die meisten Krebs-Geborenen Ideale, die ihnen heilig sind. Die verfechten sie dann auch mit Feuereifer. Zwischenmenschlichkeit und Respekt sind ihm wichtig; Intoleranz akzeptiert er nicht. Seine verletzliche Seite zeigt er aber nur wenigen, allen voran seinem Partner. Dieser bekommt den Grenzgänger Krebs – zwischen Wasser und Land – in allen Facetten zu spüren, seine Zielstrebigkeit und sein Einfühlungsvermögen genauso wie seine Irrationaliät und Stimmungsschwankungen. Wer den Krebs-Menschen zu nehmen weiß, dem ist ein faszinierender Zeitgenosse sicher.

Hofoskop: Zwillinge (22.05.-21.06.)

Der Zwilling lässt sich kurz zusammenfassen: neugierig, rastlos und kommunikativ. Ihr klares, strukturiertes Denken und ihren aufmerksamen Verstand verdanken die Zwillinge dem Planeten Merkur, der über ihr Sternzeichen herrscht. Sie sind neugierig und lieben es neues zu entdecken. Positiv ist auch der Erfindergeist des Zwillings. Egal, welches Problem: Er findet bestimmt eine Lösung! Damit ist er auch ein geschätzter Berater bei seinen Mitmenschen. Zwillinge-Geborene sind die Entertainer in Person: vielseitig und kommunikativ. Auf Leute zuzugehen, fällt ihnen unglaublich leicht. Selbst vollkommen Fremde werden wie gute Freunde behandelt. Ein Konflikt mit dem Zwilling hat es allerdings in sich. Seine wohl überlegten Argumente bringen seine Kontrahenten schon einmal um den Verstand. Der Zwilling liebt die Veränderung. Da kann es schon mal zum abrupten Jobwechsel oder Umzug kommen. Ab und zu sollte der rastlose Zwilling auch mal Luft holen. Und falls ihm die Decke auf den Kopf fällt, wirkt ein Urlaub Wunder.

Korrektur: Der Fichtelgebirgslandrat wurde erst im Jahr 1968 geboren.

Der Lichtblick im Mai

Man kann es ein historisches Spektakel mit überaus ernstem Hintergrund bezeichnen. Im Jahr 1430 wurde Hof von den Hussiten überfallen und dem Erdboden gleichgemacht. Der Chronist der Stadt Hof, Enoch Widman, schrieb hierüber: „Alles wurde geblündert, viel volks erschlagen, einesteils weggefüret und beides, alte und newe stadt, zu grund ausgebrandt, auch der kirchen und gotteshäuser nicht verschonet…“ Um vom damaligen Markgrafen Steuerbefreiung für den Wiederaufbau zu bekommen, mussten sie für die Verteidigung ihrer Stadt sorgen. Bisher mit der Armbrust bewaffnet, legten sich die Bürger Feuergewehre zu. Als die Hussiten die Stadt erneut belagerten, wurde mit ihnen verhandelt. Sie zogen wieder ab, nachdem sie Geld bekommen hatten. Die Scheibenschützengesellschaft im Sigmundsgraben hatte sich bewährt. Später wurde der Name „Schlappentag“ eingeführt, weil die Handwerker erst auf den letzten Drücker in ihren Schlappen in Form von Holzpantoffeln zum Pflichtschießen kamen. Heute ist der Schlappentag immaterielles Kulturerbe in Bayern. Er wird als Hofer Nationalfeiertag begangen. Mit einem großen Festumzug der Schützen und der Handwerker durch die Innenstadt zum Schießhaisla. Dort wird dann das extra für dieses Ereignis eingebraute Schlappenbier angezapft und mit Wonne getrunken. Wegen der Corona-Pandemie musste bereits die letzten Schlappentage abgesagt werden. Auch heuer soll er nicht in gewohnter Form stattfinden, sondern eine Woche vom 13. bis 19.Juni dezentral an mehreren Plätzen in der Stadt über die Bühne gehen. Bleibt zu hoffen, dass am Traditionstag, Montag nach dem Pfingstmontag, ein würdiger Schlappentag stattfindet, dessen Geschichte (leider) durchaus Parallelen zur Gegenwart zulässt. Jetzt für Montag, den 13.Juni planen: Fröhlich feiern, aber auch ernsthaft gedenken. Für uns der Lichtblick des Monats.