
Die Hofer Spitzen im Juli


hof-programm – das Veranstaltungsportal für Hochfranken
hof-programm – das Veranstaltungsportal für Hof und Hochfranken. Täglich aktuelle Termine von Kultur bis Sport, von Theater bis Flohmarkt.

Am 1.Juni war Hofer Schlappentag – de facto Hofs Nationalfeiertag. Nur eine Woche später folgte bereits der Hofer Genussmarkt. Kann das gut gehen? Und ob! Die Menschen strömten auf den Maxplatz und nutzten das vielfältige Angebot aus Wochenmarkt und mehr als 40 zusätzlichen Spezialitätenständen. Aus dem Hofer Land und den benachbarten Grenzregionen wurde nur das Beste serviert: von der Rindfleischwurst über gebackene Klöße bis hin zu tschechischen Baumstriezeln. Aber auch türkische und arabische Spezialitäten fanden großen Anklang – und die Besucher wussten die frischen Produkte zu schätzen. Auf dem Programm standen ein Kinderkochangebot, ein Spargelschälwettbewerb der Stadträte und des OB und Musik zum Wohlfühlen. Mitten über den Platz zog sich zudem „Hofs längste Genusstafel“ mit 350 Sitzplätzen. Der Hofer Genussmarkt zeigt: Wir leben nicht nur in einer Genussregion – wir leben den Genuss. Für uns der Lichtblick des Monats.

Der Dicke Hund mag Fahrradfahrer. Sie verpesten nicht die Luft, nehmen nicht so viel Platz weg wie Autos und tun außerdem etwas für ihre Gesundheit. Deshalb gibt es ein freudiges Schwanzwedeln für jeden neuen Fahrradweg. Auch in der Hofer Flaniermeile, der Ludwigstraße. Hier rollen Radfahrer bequem von der Altstadt in Richtung Theresienstein, vorbei an Rathaus, Geschäften und Cafés. Im September 2025 wurde dort ein Fahrradstreifen für mehr Sicherheit angebracht. Zumindest war das der Plan. Doch was ist das? Nur wenige Monate später sollen die strahlend weißen Linien samt Piktogrammen auf dem Asphalt schon wieder verschwinden. Kostenpunkt: 1.500 Euro. Der Grund: Der Fahrradstreifen sorgt offenbar nicht für mehr Schutz, sondern kann Radfahrer sogar in Gefahr bringen. Denn wer auf dem markierten Streifen unterwegs ist, fühlt sich zwar sicher. Das Problem ist nur: Ausparkende Autofahrer sehen die Radfahrer unter Umständen nicht rechtzeitig. Zumindest im Bereich unterhalb des Rathauses, wo die Parkplätze quer zur Fahrbahn angeordnet sind und Fahrzeuge rückwärts ausparken müssen. Das eigentlich Erstaunliche daran: Vor genau diesem Szenario hatte die Polizei bereits vor der Einführung des Fahrradstreifens gewarnt. Und – Überraschung, Überraschung – nur wenige Monate später kam es genau zu einem solchen Zusammenstoß. Aus dem Fahrradstreifen wurde damit ein Unfallstreifen – mit einem verletzten Radfahrer. Der Dicke Hund fragt sich: Wäre es nicht klüger gewesen, gleich auf die Polizei zu hören?


Am Untreusee taucht plötzlich Kunst auf. Still, geheimnisvoll und mitten in der Natur. Mal wächst ein Gesicht aus Moos an einem Baumstamm, mal entsteht aus Zapfen, Ästen und Holz eine kleine Fantasiewelt. Wer hier spazieren geht, entdeckt immer wieder neue Überraschungen. Der berühmteste anonyme Straßenkünstler der Welt ist Banksy. Seine Werke machen Mauern weltberühmt und Immobilien plötzlich Hunderttausende Euro mehr wert. Doch sein größtes Geheimnis bleibt bis heute ungelöst: Niemand weiß genau, wer er wirklich ist. Und vielleicht hat nun auch der Untreusee seinen eigenen Banksy. Oder seine Banksy. Denn auch hier erschafft jemand im Verborgenen Kunst, die Menschen berührt. Keine Farbe aus der Spraydose, sondern Naturmaterialien werden zur Leinwand der Fantasie. Moos, Holz, Rinde und Tannenzapfen verwandeln den Weg rund um die Eppenreuther Mühle in eine kleine Märchenlandschaft. Diese Kunst ist nicht laut. Sie drängt sich nicht auf. Sie wartet darauf, entdeckt zu werden. Und genau das macht sie so besonders. Der anonyme „Banksy vom Untreusee“ ist für uns der Lichtblick des Monats.

Der Dicke Hund erinnert sich: Cocktailschlürfen am Saalestrand, eine stimmungsvoll illuminierte Natur, eine große Wasserfontäne mitten in der Saale, Wasser plätschert und lokale Bands und DJs sorgen für die musikalische Umrahmung. Das war über viele Jahre das Erfolgskonzept des Saaleauenfestes. Lachende Familien, die mit Wasserpistolen sich nass spritzen und Stadträte, die ehrenamtlich an der Kasse sitzen. Gefühlt halb Hof befand sich an diesem Abend in Urlaubsstimmung. Und das Beste: Die Veranstaltung spülte sogar Geld in die Kasse. Wichtige Einnahmen, die wiederum für den lokalen Einzelhandel eingesetzt wurden. Dann kam der Wechsel an der Spitze des Stadtmarketings. Warum dieser ausgerechnet das Erfolgsmodell Saaleauenfest rundum erneuern musste, hat sich den Hofern nie erschlossen. Erst recht nicht, als die erste Veranstaltung aufgrund teurer Bands ein finanzielles Loch ins Budget riss – und schon gar nicht, als dieses Minus-Konzept noch zweimal wiederholt wurde. Die Leitung des Stadtmarketings hat sich inzwischen verabschiedet und die Hofer hoffen, ihr Vorzeige-Sommer-Event zurückzubekommen. Doch falsch gedacht: Das Fest wird in diesem Jahr ausgesetzt „aufgrund personeller Veränderungen innerhalb des Vereins, der damit verbundenen kurzfristigen Planungssituation sowie aktueller wirtschaftlicher Unsicherheiten und finanzieller Risiken.“ Zumindest nächstes Jahr, also 2027, dürfen wir uns nach dem Hofer Volksfest wieder das Saaleauenfest im Kalender eintragen – hoffentlich so, wie wir es kennen und lieben. Gerne wieder mit Hofer Organisationen und Vereinen wie dem SV Hof mit seinen Kanuten und den Reservisten der Bundeswehr, die Besuchern dabei helfen, sich wie Indiana Jones über die Saale zu hangeln. Weniger „Rock im Park“ und mehr Familienurlaub mit Freunden. Für uns der Dicke Hund des Monats.


Ein Glücksfall für die Kirchenmusik: Hof feiert seine Orgelgeschichte In unserer Region gibt es Koryphäen, auf die wir mit Recht stolz sein können. Keine klassische Regionalprominenz, aber hochgeschätzt in der Fachwelt. Im Bereich der Kirchenmusik beispielsweise die Hofer Familie Stühlmeyer. Dr. Barbara Stühlmeyer ist unter anderem eine international renommierte Hildegard-von-Bingen-Expertin, ihr Mann, Musikdirektor Dr. Ludger Stühlmeyer, stand mit seinen Kompositionen teilweise sogar im persönlichen Austausch mit dem Papst. Beide haben zahlreiche Bücher und Musikwerke veröffentlicht und organisieren hochkarätige Veranstaltungen. So arbeiten sie aktuell beim 1. Hofer Kirchenmusikfestival von Ludger Stühlmeyer zusammen. Anlass ist ein besonderes Jubiläum: 650 Jahre erste urkundlich erwähnte Orgel in Hof. Oder hätten Sie gedacht, dass Hof mit dem Jahr 1376 zu den ältesten nachweisbaren Orgelstandorten Bayerns zählt? Ab dem 3.Mai läuft daher über fünf Monate hinweg ein breit gefächertes Programm mit Orgelmusik aus allen Epochen, Angeboten für Kinder, Vorträgen, Führungen und natürlich Gottesdiensten. Viele überraschende Gäste haben sich angekündigt. Beispielsweise spielt ein Chefarzt des Hofer Sana Klinikums, der früher Domorganist in Zagreb war. Auch der bayerische Innenminister Joachim Herrmann hat sich als Schirmherr zum Eröffnungsgottesdienst in die Marienkirche am 3.Mai um 10 Uhr angekündigt. Dort werden erstmals seit der Reformation Gesänge aus dem Hofer Franziskaner- und Klarissenkloster erklingen. Viele Städte beneiden Hof um eine solche Ausnahmefamilie. Für uns ist sie der Lichtblick des Monats.

Der Dicke Hund mag Tiere – auch mitten in der Stadt. Schwierig wird es jedoch, wenn ihre Hinterlassenschaften überhandnehmen und das Einkaufserlebnis zwischen Kinderspielzeugladen und Familiencafé gründlich vermiesen. So etwa in der Hofer Lorenzstraße vor dem ehemaligen Woolworth und der früheren Spielothek. Der Kampf gegen den Leerstand lässt sich jedenfalls nicht mit einer Taubenplage gewinnen. Außer vielleicht, wenn man Adrian Rossner – alias der Wirtsgogl – glauben mag. In der Meinel Tenne erklärte er augenzwinkernd, es handle sich eigentlich um ein „Taubenkompetenzzentrum“. Die Fastenpredigt bringt auch den Dicken Hund auf kreative Gedanken. Warum nicht den abgekratzten Taubenkot als Düngemittel verkaufen und damit den städtischen Haushalt sanieren? Auch die Vorstellung einer Umsiedlung gefällt ihm. Nur wenige hundert Meter weiter, auf dem Schiller-Areal, hätten die gefiederten Freunde beste Bedingungen für kommende Taubengenerationen. Auf dem brachliegenden, rund 16.000 Quadratmeter großen Schutthaufen wäre sogar noch Platz für die invasiven Kanadagänse vom Untreusee. Solange sich jedoch Vögel samt Hinterlassenschaften ausgerechnet in der Hofer Fußgängerzone ungehindert ausbreiten – befeuert von Unbelehrbaren, die tütenweise Taubenfutter dazukippen – bleibt das für uns: der Dicke Hund des Monats.

Von wegen quietschende Streichkonzerte auf unbequemen Stühlen. Wer aus Angst vor Klassik die Konzerte der Hofer Symphoniker verpasst, ist selbst schuld. Zum 80. Jubiläum zeigt das Orchester, was in ihm steckt. Das Konzert „The Sound of James Bond“ versetzte die Freiheitshalle in die actionreiche Welt des berühmtesten Geheimagenten aller Zeiten. Legendäre Soundtracks wie „Skyfall“ und „Goldfinger“ erklangen mit voller Wucht – begleitet von der deutschen Stimme des von Daniel Craig verkörperten James Bond, live auf der Bühne und mit vielen spannenden Hintergrundgeschichten. Der nächste Höhepunkt, „Amadeus rockt“, ist bereits ausverkauft. So soll es sein. Für Familien steht im April das berühmte Kinderbuch „Der kleine Prinz“ auf dem Programm, im Dezember folgt das unverwechselbar weihnachtliche Filmkonzert „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“. Was 1945 im Nachkriegs-Hof mit vielen Sudetenflüchtlingen begann, ist heute ein Aushängeschild für Hof – und ein Beweis dafür, dass Hochkultur alles andere als abgehoben ist.
