Der Lichtblick im August

Manchmal ist der schönste Lichtblick nicht etwa ein neues Gebäude oder ein großes Fest, sondern die Gewissheit, dass etwas Bewährtes eine Zukunft hat. In dieser Ausgabe fällt uns die Wahl des Lichtblicks besonders leicht – und zugegeben auch besonders schwer. Denn diesmal geht es um etwas, das unser hof-programm betrifft. Seit mehr als 44 Jahren begleitet das „hp“ die Menschen in unserer Region, das FichtelgebirgsProgramm inzwischen seit 13 Jahren. Monat für Monat dürfen wir über die vielen Veranstaltungen berichten, die Hochfranken so lebendig machen. Nach dem Tod des Gründers unserer Magazine – Gerhard Prokscha – stand die Frage im Raum, wie es weitergeht. Seit dem 1.Juli darf ich selbst – Nico Maisel – diese Geschichte nun weiterschreiben. Ich habe meine Ausbildung bei unserem Herausgeber extra Medien Marketing absolviert und arbeite seit bereits sieben Jahren an unseren Programmen. Mit der Übernahme möchte ich nicht alles neu erfinden. Im Gegenteil. Mir ist wichtig, das fortzuführen, was mein früherer Chef Gerhard Prokscha mit viel Herzblut aufgebaut hat: verlässliche Veranstaltungsinformationen, eine enge Verbundenheit mit unserer Region und eine Plattform für Vereine, Kulturschaffende, Kommunen und Unternehmen. Das Alles natürlich weiterhin mit meinem guten Freund und Kollegen Günter Lippert. Für unsere Leserinnen und Leser sowie für unsere Kunden und Partner bleibt deshalb alles ganz bewusst unverändert. Für uns ist das der Lichtblick des Monats.

Der Dicke Hund im August

Der Dicke Hund fährt gerne Auto. Nicht aus Bequemlichkeit – schließlich geht er die meisten Wege lieber auf vier Pfoten. Aber wer im Hofer Land lebt, weiß: Ohne Auto wird der Alltag schnell zum Hindernislauf. Der Weg zur Arbeit, zum Einkaufen oder zum Sportverein ist selten mit Straßenbahn oder U-Bahn zu bewältigen. Und so gehört der Blick auf die Zapfsäule für viele Menschen hier fast schon zur Wochenroutine. Doch genau dieser Blick sorgt derzeit wieder für Schnappatmung. Anfang Juli lief in Deutschland der Tankrabatt aus – und die Preise an den Zapfsäulen machten einen ordentlichen Satz nach oben. Kaum hatte man sich daran gewöhnt, fiel am 20.Juli auch noch in Tschechien die Preisbremse für Kraftstoffe. Ausgerechnet dort also, wo viele Menschen aus der Region
bislang wenigstens ein wenig sparen konnten. Über Jahre war der Tanktourismus
nach Asch, Mokřiny, Vojtanov und co fast schon ein Ritual. Natürlich freute sich der Dicke Hund nicht darüber, dass Kaufkraft regelmäßig über die Grenze wanderte. Das Geld hätte schließlich auch gerne im Hofer Land bleiben dürfen. Aber vielen Autofahrern konnte man den Abstecher kaum verdenken. Wer bei einer Tankfüllung zehn oder fünfzehn Euro spart, überlegt nicht lange – erst recht nicht in Zeiten, in denen ohnehin alles teurer wird. Nun wird auch dieser kleine Preisvorteil Stück für Stück aufgefressen. Also wohin jetzt? In Hof teuer tanken? Oder in Tschechien etwas weniger teuer? Der Dicke Hund hat lange überlegt, kennt die Antwort aber auch nicht. Deshalb richtet er einen Wunsch nach Berlin. Wenn steigende Energiepreise Familien, Pendler, Handwerker und Unternehmen gleichermaßen belasten, dann braucht es mehr als wohlklingende Durchhalte-
parolen. Ob Tankrabatt, niedrigere Energiesteuern oder ein anderes wirksames Modell – darüber lässt sich streiten. Aber einfach zuzusehen, wie Autofahrer Monat für Monat tiefer in die Tasche greifen müssen, kann auf Dauer keine Lösung sein.

Der Lichtblick im Juli

Am 1.Juni war Hofer Schlappentag – de facto Hofs Nationalfeiertag. Nur eine Woche später folgte bereits der Hofer Genussmarkt. Kann das gut gehen? Und ob! Die Menschen strömten auf den Maxplatz und nutzten das vielfältige Angebot aus Wochenmarkt und mehr als 40 zusätzlichen Spezialitätenständen. Aus dem Hofer Land und den benachbarten Grenzregionen wurde nur das Beste serviert: von der Rindfleischwurst über gebackene Klöße bis hin zu tschechischen Baumstriezeln. Aber auch türkische und arabische Spezialitäten fanden großen Anklang – und die Besucher wussten die frischen Produkte zu schätzen. Auf dem Programm standen ein Kinderkochangebot, ein Spargelschälwettbewerb der Stadträte und des OB und Musik zum Wohlfühlen. Mitten über den Platz zog sich zudem „Hofs längste Genusstafel“ mit 350 Sitzplätzen. Der Hofer Genussmarkt zeigt: Wir leben nicht nur in einer Genussregion – wir leben den Genuss. Für uns der Lichtblick des Monats.

Der Dicke Hund im Juli

Der Dicke Hund mag Fahrradfahrer. Sie verpesten nicht die Luft, nehmen nicht so viel Platz weg wie Autos und tun außerdem etwas für ihre Gesundheit. Deshalb gibt es ein freudiges Schwanzwedeln für jeden neuen Fahrradweg. Auch in der Hofer Flaniermeile, der Ludwigstraße. Hier rollen Radfahrer bequem von der Altstadt in Richtung Theresienstein, vorbei an Rathaus, Geschäften und Cafés. Im September 2025 wurde dort ein Fahrradstreifen für mehr Sicherheit angebracht. Zumindest war das der Plan. Doch was ist das? Nur wenige Monate später sollen die strahlend weißen Linien samt Piktogrammen auf dem Asphalt schon wieder verschwinden. Kostenpunkt: 1.500 Euro. Der Grund: Der Fahrradstreifen sorgt offenbar nicht für mehr Schutz, sondern kann Radfahrer sogar in Gefahr bringen. Denn wer auf dem markierten Streifen unterwegs ist, fühlt sich zwar sicher. Das Problem ist nur: Ausparkende Autofahrer sehen die Radfahrer unter Umständen nicht rechtzeitig. Zumindest im Bereich unterhalb des Rathauses, wo die Parkplätze quer zur Fahrbahn angeordnet sind und Fahrzeuge rückwärts ausparken müssen. Das eigentlich Erstaunliche daran: Vor genau diesem Szenario hatte die Polizei bereits vor der Einführung des Fahrradstreifens gewarnt. Und – Überraschung, Überraschung – nur wenige Monate später kam es genau zu einem solchen Zusammenstoß. Aus dem Fahrradstreifen wurde damit ein Unfallstreifen – mit einem verletzten Radfahrer. Der Dicke Hund fragt sich: Wäre es nicht klüger gewesen, gleich auf die Polizei zu hören?

Der Lichtblick im Juni

Am Untreusee taucht plötzlich Kunst auf. Still, geheimnisvoll und mitten in der Natur. Mal wächst ein Gesicht aus Moos an einem Baumstamm, mal entsteht aus Zapfen, Ästen und Holz eine kleine Fantasiewelt. Wer hier spazieren geht, entdeckt immer wieder neue Überraschungen. Der berühmteste anonyme Straßenkünstler der Welt ist Banksy. Seine Werke machen Mauern weltberühmt und Immobilien plötzlich Hunderttausende Euro mehr wert. Doch sein größtes Geheimnis bleibt bis heute ungelöst: Niemand weiß genau, wer er wirklich ist. Und vielleicht hat nun auch der Untreusee seinen eigenen Banksy. Oder seine Banksy. Denn auch hier erschafft jemand im Verborgenen Kunst, die Menschen berührt. Keine Farbe aus der Spraydose, sondern Naturmaterialien werden zur Leinwand der Fantasie. Moos, Holz, Rinde und Tannenzapfen verwandeln den Weg rund um die Eppenreuther Mühle in eine kleine Märchenlandschaft. Diese Kunst ist nicht laut. Sie drängt sich nicht auf. Sie wartet darauf, entdeckt zu werden. Und genau das macht sie so besonders. Der anonyme „Banksy vom Untreusee“ ist für uns der Lichtblick des Monats.

Der Dicke Hund im Juni

Der Dicke Hund erinnert sich: Cocktailschlürfen am Saalestrand, eine stimmungsvoll illuminierte Natur, eine große Wasserfontäne mitten in der Saale, Wasser plätschert und lokale Bands und DJs sorgen für die musikalische Umrahmung. Das war über viele Jahre das Erfolgskonzept des Saaleauenfestes. Lachende Familien, die mit Wasserpistolen sich nass spritzen und Stadträte, die ehrenamtlich an der Kasse sitzen. Gefühlt halb Hof befand sich an diesem Abend in Urlaubsstimmung. Und das Beste: Die Veranstaltung spülte sogar Geld in die Kasse. Wichtige Einnahmen, die wiederum für den lokalen Einzelhandel eingesetzt wurden. Dann kam der Wechsel an der Spitze des Stadtmarketings. Warum dieser ausgerechnet das Erfolgsmodell Saaleauenfest rundum erneuern musste, hat sich den Hofern nie erschlossen. Erst recht nicht, als die erste Veranstaltung aufgrund teurer Bands ein finanzielles Loch ins Budget riss – und schon gar nicht, als dieses Minus-Konzept noch zweimal wiederholt wurde. Die Leitung des Stadtmarketings hat sich inzwischen verabschiedet und die Hofer hoffen, ihr Vorzeige-Sommer-Event zurückzubekommen. Doch falsch gedacht: Das Fest wird in diesem Jahr ausgesetzt „aufgrund personeller Veränderungen innerhalb des Vereins, der damit verbundenen kurzfristigen Planungssituation sowie aktueller wirtschaftlicher Unsicherheiten und finanzieller Risiken.“ Zumindest nächstes Jahr, also 2027, dürfen wir uns nach dem Hofer Volksfest wieder das Saaleauenfest im Kalender eintragen – hoffentlich so, wie wir es kennen und lieben. Gerne wieder mit Hofer Organisationen und Vereinen wie dem SV Hof mit seinen Kanuten und den Reservisten der Bundeswehr, die Besuchern dabei helfen, sich wie Indiana Jones über die Saale zu hangeln. Weniger „Rock im Park“ und mehr Familienurlaub mit Freunden. Für uns der Dicke Hund des Monats.

Der Lichtblick im Mai

Ein Glücksfall für die Kirchenmusik: Hof feiert seine Orgelgeschichte In unserer Region gibt es Koryphäen, auf die wir mit Recht stolz sein können. Keine klassische Regionalprominenz, aber hochgeschätzt in der Fachwelt. Im Bereich der Kirchenmusik beispielsweise die Hofer Familie Stühlmeyer. Dr. Barbara Stühlmeyer ist unter anderem eine international renommierte Hildegard-von-Bingen-Expertin, ihr Mann, Musikdirektor Dr. Ludger Stühlmeyer, stand mit seinen Kompositionen teilweise sogar im persönlichen Austausch mit dem Papst. Beide haben zahlreiche Bücher und Musikwerke veröffentlicht und organisieren hochkarätige Veranstaltungen. So arbeiten sie aktuell beim 1. Hofer Kirchenmusikfestival von Ludger Stühlmeyer zusammen. Anlass ist ein besonderes Jubiläum: 650 Jahre erste urkundlich erwähnte Orgel in Hof. Oder hätten Sie gedacht, dass Hof mit dem Jahr 1376 zu den ältesten nachweisbaren Orgelstandorten Bayerns zählt? Ab dem 3.Mai läuft daher über fünf Monate hinweg ein breit gefächertes Programm mit Orgelmusik aus allen Epochen, Angeboten für Kinder, Vorträgen, Führungen und natürlich Gottesdiensten. Viele überraschende Gäste haben sich angekündigt. Beispielsweise spielt ein Chefarzt des Hofer Sana Klinikums, der früher Domorganist in Zagreb war. Auch der bayerische Innenminister Joachim Herrmann hat sich als Schirmherr zum Eröffnungsgottesdienst in die Marienkirche am 3.Mai um 10 Uhr angekündigt. Dort werden erstmals seit der Reformation Gesänge aus dem Hofer Franziskaner- und Klarissenkloster erklingen. Viele Städte beneiden Hof um eine solche Ausnahmefamilie. Für uns ist sie der Lichtblick des Monats.