Wer sagt eigentlich, dass eine Trafostation grau und langweilig sein muss? In der Kreuzsteinstraße beweisen die Stadtwerke Hof gerade das Gegenteil. Die Künstlerin Carmen Vogt hat aus dem technischen Zweckbau ein farbenfrohes Stück Hof gemacht. Bekannte Hofer Motive und Stadtansichten finden sich hier eingebettet in eine detailreiche grüne Landschaft. Die Gestaltung ist Teil eines Projekts, mit dem die Stadtwerke seit 2020 Versorgungsstationen in Hof und Umgebung künstlerisch aufwerten. Aus grauen Kästen werden so kleine Kunstwerke am Straßenrand. Und das Ganze hat noch einen erfreulichen Nebeneffekt: Die bereits gestalteten Stationen blieben bislang von Schmierereien verschont. Eine schöne Idee, die zeigt, dass manchmal schon ein bisschen Farbe reicht, um das Stadtbild ein gutes Stück lebenswerter zu machen. Also beim nächsten Weg durch die Kreuzsteinstraße ruhig einmal genauer hinschauen. Für uns ein farbenfroher Lichtblick des Monats.
Der Dicke Hund weiß: Wo gebaut wird, geht etwas voran. Und in Hof geht derzeit offenbar besonders viel voran. Wer sich durch die Stadt bewegt, begegnet Umleitungen, Absperrbaken und Baustellenampeln inzwischen fast so regelmäßig wie dem Wärschtlamo. Das wäre alles halb so wild, wenn da nicht diese Sache mit den Zeitplänen wäre. Bestes Beispiel: die Ortsdurchfahrt Haidt. Eigentlich sollte die B173 dort bis Dezember 2026 fertig sein. Nun heißt es: drittes Quartal 2027. Grund sind unter anderem Versorgungsleitungen, die anders liegen als in den vorhandenen Unterlagen verzeichnet. Immerhin soll die Straße während der Winterpause wieder befahrbar sein. Und auch in Krötenbruck heißt es länger Geduld haben. Der Umbau der Eppenreuther Straße samt Rauhbachbrücke und Kreuzung am Südring sollte ursprünglich ebenfalls Ende 2026 abgeschlossen sein. Inzwischen lautet der Zeitplan: Ende 2027. Auch hier sorgten unter anderem notwendige Arbeiten an Versorgungs- und Hausanschlüssen für Verzögerungen. Natürlich weiß auch der Dicke Hund, dass sich unter einer Straße so manche Überraschung verstecken kann. Trotzdem fragt er sich: Wie kann aus „Ende 2026“ gleich zweimal „irgendwann 2027“ werden? Vielleicht sollte man bei künftigen Baustellen vorsichtshalber nicht mehr fragen: „Wann seid ihr fertig?“, sondern: „In welchem Jahr ungefähr?“ Denn gebaut werden muss. Aber wer monatelang Umwege fährt, darf zumindest hoffen, dass aus angekündigten Zeitplänen nicht regelmäßig Wunschzettel werden. Für uns: der Dicke Hund des Monats.
Wenn jemand weiß, wo in Hof und Umgebung etwas los ist, dann er: Günter Lippert. Seit nun inzwischen 30 Jahren ist er ein fester Bestandteil des hof-programms. Drei Jahrzehnte lang hat er miterlebt, wie sich die Veranstaltungslandschaft verändert hat – von Kneipen und Wiesenfesten über Konzerte bis zu den großen Events der Region. Sein erstes hof-programm (linkes Cover) war noch überwiegend schwarz-weiß, das Internet spielte für die Veranstaltungsplanung keine Rolle. Geblieben ist das Wichtigste: Jeden Monat zuverlässig wissen, wo was läuft – im gedruckten Format, handlich für die Hosentasche. 30 Jahre sind eine verdammt lange Zeit. Günter hat in dieser Zeit nicht nur unzählige Veranstaltungen erlebt, sondern auch das hof-programm selbst mitgeprägt. Heute erscheint es moderner und bunter, doch eines ist gleich geblieben: die Liebe zur Region und der Anspruch, Monat für Monat zu zeigen, was es in Hof und Umgebung zu erleben gibt. 30 Jahre Günter Lippert beim hof-programm – für uns definitiv der Lichtblick des Monats.
Der Dicke Hund hat nichts gegen ein ordentliches Festival. Musik, Freunde, ein paar Tage Ausnahmezustand – alles wunderbar. Weniger wunderbar ist allerdings das, was auf manchen Campingplätzen nach der Abreise zurückbleibt. Alte Sofas, Pavillons, Grills, Möbel und jede Menge Verpackungsmüll werden kurzerhand stehen gelassen. Was zu Hause offenbar nicht mehr gebraucht wird, muss ja schließlich auch irgendwo hin. Ein aktuelles Beispiel liefert das SonneMondSterne-Festival in Saalburg. Nach der Abreise von rund 36.000 Besuchern blieben kaputte Pavillons, Möbel, ungeöffnete Lebensmittel und sogar ein ausgedienter Betonmischer zurück. Dazu jede Menge Konfetti auf den Wiesen. Dabei gibt es sogar ein Müllpfandsystem: Für einen gefüllten Müllsack gibt es fünf Euro zurück. Offenbar reicht der Anreiz bei manchen aber nur für einen Sack – der Rest bleibt liegen. Und genau hier fragt sich der Dicke Hund: Muss man wirklich sein altes Sofa hunderte Kilometer zum Festival schleppen, nur um es anschließend dort stehen zu lassen? Natürlich sind längst nicht alle Festivalbesucher solche Müllsünder. Viele räumen ihre Camps vorbildlich auf. Eigentlich gilt eine ganz einfache Regel: Hinterlasse den Platz so, wie du ihn vorgefunden hast – oder besser. Feiern darf man. Aber das Festivalgelände ist kein Sperrmüllplatz. Für uns der Dicke Hund des Monats.
Manchmal ist der schönste Lichtblick nicht etwa ein neues Gebäude oder ein großes Fest, sondern die Gewissheit, dass etwas Bewährtes eine Zukunft hat. In dieser Ausgabe fällt uns die Wahl des Lichtblicks besonders leicht – und zugegeben auch besonders schwer. Denn diesmal geht es um etwas, das unser hof-programm betrifft. Seit mehr als 44 Jahren begleitet das „hp“ die Menschen in unserer Region, das FichtelgebirgsProgramm inzwischen seit 13 Jahren. Monat für Monat dürfen wir über die vielen Veranstaltungen berichten, die Hochfranken so lebendig machen. Nach dem Tod des Gründers unserer Magazine – Gerhard Prokscha – stand die Frage im Raum, wie es weitergeht. Seit dem 1.Juli darf ich selbst – Nico Maisel – diese Geschichte nun weiterschreiben. Ich habe meine Ausbildung bei unserem Herausgeber extra Medien Marketing absolviert und arbeite seit bereits sieben Jahren an unseren Programmen. Mit der Übernahme möchte ich nicht alles neu erfinden. Im Gegenteil. Mir ist wichtig, das fortzuführen, was mein früherer Chef Gerhard Prokscha mit viel Herzblut aufgebaut hat: verlässliche Veranstaltungsinformationen, eine enge Verbundenheit mit unserer Region und eine Plattform für Vereine, Kulturschaffende, Kommunen und Unternehmen. Das Alles natürlich weiterhin mit meinem guten Freund und Kollegen Günter Lippert. Für unsere Leserinnen und Leser sowie für unsere Kunden und Partner bleibt deshalb alles ganz bewusst unverändert. Für uns ist das der Lichtblick des Monats.
Der Dicke Hund fährt gerne Auto. Nicht aus Bequemlichkeit – schließlich geht er die meisten Wege lieber auf vier Pfoten. Aber wer im Hofer Land lebt, weiß: Ohne Auto wird der Alltag schnell zum Hindernislauf. Der Weg zur Arbeit, zum Einkaufen oder zum Sportverein ist selten mit Straßenbahn oder U-Bahn zu bewältigen. Und so gehört der Blick auf die Zapfsäule für viele Menschen hier fast schon zur Wochenroutine. Doch genau dieser Blick sorgt derzeit wieder für Schnappatmung. Anfang Juli lief in Deutschland der Tankrabatt aus – und die Preise an den Zapfsäulen machten einen ordentlichen Satz nach oben. Kaum hatte man sich daran gewöhnt, fiel am 20.Juli auch noch in Tschechien die Preisbremse für Kraftstoffe. Ausgerechnet dort also, wo viele Menschen aus der Region bislang wenigstens ein wenig sparen konnten. Über Jahre war der Tanktourismus nach Asch, Mokřiny, Vojtanov und co fast schon ein Ritual. Natürlich freute sich der Dicke Hund nicht darüber, dass Kaufkraft regelmäßig über die Grenze wanderte. Das Geld hätte schließlich auch gerne im Hofer Land bleiben dürfen. Aber vielen Autofahrern konnte man den Abstecher kaum verdenken. Wer bei einer Tankfüllung zehn oder fünfzehn Euro spart, überlegt nicht lange – erst recht nicht in Zeiten, in denen ohnehin alles teurer wird. Nun wird auch dieser kleine Preisvorteil Stück für Stück aufgefressen. Also wohin jetzt? In Hof teuer tanken? Oder in Tschechien etwas weniger teuer? Der Dicke Hund hat lange überlegt, kennt die Antwort aber auch nicht. Deshalb richtet er einen Wunsch nach Berlin. Wenn steigende Energiepreise Familien, Pendler, Handwerker und Unternehmen gleichermaßen belasten, dann braucht es mehr als wohlklingende Durchhalte- parolen. Ob Tankrabatt, niedrigere Energiesteuern oder ein anderes wirksames Modell – darüber lässt sich streiten. Aber einfach zuzusehen, wie Autofahrer Monat für Monat tiefer in die Tasche greifen müssen, kann auf Dauer keine Lösung sein.
Am 1.Juni war Hofer Schlappentag – de facto Hofs Nationalfeiertag. Nur eine Woche später folgte bereits der Hofer Genussmarkt. Kann das gut gehen? Und ob! Die Menschen strömten auf den Maxplatz und nutzten das vielfältige Angebot aus Wochenmarkt und mehr als 40 zusätzlichen Spezialitätenständen. Aus dem Hofer Land und den benachbarten Grenzregionen wurde nur das Beste serviert: von der Rindfleischwurst über gebackene Klöße bis hin zu tschechischen Baumstriezeln. Aber auch türkische und arabische Spezialitäten fanden großen Anklang – und die Besucher wussten die frischen Produkte zu schätzen. Auf dem Programm standen ein Kinderkochangebot, ein Spargelschälwettbewerb der Stadträte und des OB und Musik zum Wohlfühlen. Mitten über den Platz zog sich zudem „Hofs längste Genusstafel“ mit 350 Sitzplätzen. Der Hofer Genussmarkt zeigt: Wir leben nicht nur in einer Genussregion – wir leben den Genuss. Für uns der Lichtblick des Monats.
Der Dicke Hund mag Fahrradfahrer. Sie verpesten nicht die Luft, nehmen nicht so viel Platz weg wie Autos und tun außerdem etwas für ihre Gesundheit. Deshalb gibt es ein freudiges Schwanzwedeln für jeden neuen Fahrradweg. Auch in der Hofer Flaniermeile, der Ludwigstraße. Hier rollen Radfahrer bequem von der Altstadt in Richtung Theresienstein, vorbei an Rathaus, Geschäften und Cafés. Im September 2025 wurde dort ein Fahrradstreifen für mehr Sicherheit angebracht. Zumindest war das der Plan. Doch was ist das? Nur wenige Monate später sollen die strahlend weißen Linien samt Piktogrammen auf dem Asphalt schon wieder verschwinden. Kostenpunkt: 1.500 Euro. Der Grund: Der Fahrradstreifen sorgt offenbar nicht für mehr Schutz, sondern kann Radfahrer sogar in Gefahr bringen. Denn wer auf dem markierten Streifen unterwegs ist, fühlt sich zwar sicher. Das Problem ist nur: Ausparkende Autofahrer sehen die Radfahrer unter Umständen nicht rechtzeitig. Zumindest im Bereich unterhalb des Rathauses, wo die Parkplätze quer zur Fahrbahn angeordnet sind und Fahrzeuge rückwärts ausparken müssen. Das eigentlich Erstaunliche daran: Vor genau diesem Szenario hatte die Polizei bereits vor der Einführung des Fahrradstreifens gewarnt. Und – Überraschung, Überraschung – nur wenige Monate später kam es genau zu einem solchen Zusammenstoß. Aus dem Fahrradstreifen wurde damit ein Unfallstreifen – mit einem verletzten Radfahrer. Der Dicke Hund fragt sich: Wäre es nicht klüger gewesen, gleich auf die Polizei zu hören?