Der Lichtblick im Dezember

Schon oft in den letzten Jahren ärgerte sich der Dicke Hund über die Zustände auf dem Abriss-Gelände des ehemaligen Zentralkaufs in bester Lage von Hof. Ein riesiger Erdhügel inmitten der Fläche wurde von den Hofern liebevoll Mount Fichtner, später Mount Evarest genannt. In der Weihnachtszeit wurde gar ein Tannenbäumchen (kleines Bild) auf der Spitze aufgepflanzt. Jetzt wurde die Fläche geebnet, soll erstmal als Parkplatz und später als Event-Fläche hergenommen werden. Als nächstes sollen Wohnungen entstehen, dann ein Ärztehaus. Weiter ist ein Pflegeheim mit betreutem Wohnen geplant. Dazu eine Tiefgarage mit 400 Plätzen, ein Lebensmittelgeschäft, Restaurant und Cafe. Und viel Grün. Für uns der Lichtblick für das kommende Jahr.

Der Lichtblick im November

Der November ist ein grauer Monat, ein Monat der Besinnung und des Gedenkens. Beginnend mit Allerheiligen über den Volkstrauertag zum Totensonntag. Gerade in schwierigen Zeiten wie diesen sind dies gute Gründe, um von Jubel und Trubel etwas Abstand zu nehmen, in sich zu gehen und über den Sinn des Lebens und dessen wahren Werte nachzudenken. Da bietet sich ein Spaziergang durch den Friedhof an. Frische Luft und die Ruhe, die man braucht. Gerade der Friedhof in Hof ist ein Ort, der dazu einlädt. Eine zwölf Hektar große Parkanlage mit historischen denkmalgeschützten Grabstätten. Freilich ist der November nicht nur grau, sondern auch ausgelassen. Wenn es zum Beispiel um Schlachtfeste mit deftigem Essen geht. Nichts für Vegetarier. Am Martinstag, dem 11. November, gibt es die traditionelle Martinsgans. Die Karnevalisten und Faschingsaktivisten rufen am 11.11. um 11:11 Uhr die neue Faschingssession aus. Am Montag, dem 21.November, beginnt bereits der Hofer Weihnachtsmarkt. Eine Vielzahl kleiner, feiner Advents- und Weihnachtsmärkte in der Region verkürzt das Warten auf das Fest. Hoffentlich ein Fest des Friedens.

Der Lichtblick im Oktober

Goldener Oktober. Auf dem Areal des Hofer Eisteichs wird am Samstag, dem 8. Oktober, gefeiert. Da freuen sich nicht nur Kinder und Jugendliche, die den Trendsportarten wie Skateboarding, BMX, Stunt Scooter oder Inline Skating nachgehen. Neben dem Skatepark mit Pumptrack, einem Rundkurs mit Kurven und Wellen für Biker, gibt es auch einen Inlinerkurs mit Beleuchtung sowie eine Multifunktionssportfläche. An den Außenanlagen wird mit Hochdruck gearbeitet. Auf dem Gelände wird es später auch begrünte „gemütliche“ Oasen mit Sitz- und Verweilmöglichkeiten geben. Vorfreude pur. Für uns der Lichtblick des Monats.

Der Lichtblick im September

Die Europameisterschaften (European Championship) in München haben im August gezeigt, wie interessant Sport auch für die Zuschauer sein kann. Für unsere Region gab es auch eine besondere Bestätigung, dass hier bei Sportveranstaltungen internationale Spitzenklasse zu sehen ist. Beim Stabhochsprungmeeting in der Hofer Altstadt siegte bei den Männern der Deutsche Bo Kanda Lita Baehre mit einer Höhe von 5 Metern 72. Eben jener holte bei der Europameisterschaft die Silbermedaille mit 5 Metern 82. Der Hofer Meetingrekord liegt übrigens bei satten 5 Metern 90.


In diesem Monat gehen vor den Toren Hofs, am Tauperlitzer Quellitzsee, die Kanuten an den Start (Mehr auf Seite 64). Eine Sportart, in der bei den Europameisterschaften Gold-, Silber- und Bronze-Medaillen geholt wurden. Die Faszination des Kanurennsports wird auch am Tauperlitzer See auf die Besucher überspringen. Ganz nach dem Motto: Sport, Spiel, Spannung. Für uns der Lichtblick des Monats.

Der Lichtblick im Juli

Dass es ausgerechnet im Jahr der Katastrophenmeldungen eine ausgesprochen gute Nachricht für die Stadt Hof geben sollte, hatte niemand erwartet. Und doch, sie kam: Das Gelände zwischen Bismarckstraße und Marienstraße, Friedrich- und Schillerstraße, wo früher der „Zentralkauf“ stand, wurde gekauft von einer bayerischen Investorengruppe. Die wartet mit Ideen und Plänen auf, mit denen der über 10.000 qm großen Brachfläche und damit auch der gesamten Umgebung wieder Leben eingehaucht wird. Schluss mit dem Dornröschen-Schlaf, jetzt heißt es „Hof wacht auf!“. Wo bei der Vorgänger-Gruppe noch geplant war, ein gewaltiges Einkaufszentrum namens „Hof-Galerie“ hinzubauen, sollen nun auf dem „Schiller-Quartier“ in mehreren Bauabschnitten Häuser entstehen mit Praxen, Wohnungen, einer Tiefgarage mit 400 Parkplätzen, aber auch einem öffentlich zugänglichen Park mit Restaurants und Cafés. Darüber ist nicht nur Oberbürgermeisterin Eva Döhla höchst erfreut, die mit der bedeutendsten Innenstadt-Investition seit Jahrzehnten einen kräftigen Schub für Hof als Gesundheits- und Wirtschaftsstandort sieht. Mit dem eigentlichen Baubeginnn wird Mitte nächsten Jahres gerechnet. Für uns der Lichtblick des Monats.

Der Lichtblick im Juni

Es ist schon bedenklich: Erst in schlechten Zeiten besinnt man sich auf das Wichtige. Was brauchen wir wirklich zum Leben? Sieht man sich die Supermarkt-Prospekte an, die einem Woche für Woche ins Haus flattern, könnte man das Meiste streichen. Ein Überangebot an Lebensmitteln, meist industriell gefertigt und in Plastik verpackt. Jeder weiß, die Überproduktion hat zur Wegwerfgesellschaft geführt. Nicht mehr benötigte Lebensmittel landen auf dem Müll, die Plastikberge steigen. Allein das wäre schon ein Grund zum Umdenken. Nicht mehr den Einkaufswagen vollschlichten, weil ja alles (angeblich) so billig ist. Sondern gezielt einkaufen. Nur das, was man wirklich braucht zum gesunden Leben. Und siehe da, wir entdecken, dass wir in der Genussregion leben, die man sich wünscht. Nirgendwo gibt es mehr Bäcker und Metzger als bei uns in Oberfranken. Da weiß man, wo Brot und andere Backwaren, wo das Fleisch und die Würste herkommen. Immer mehr Bauern haben, um nicht mehr dem Preisdruck der Konzerne ausgesetzt zu sein, ihre eigenen Verkaufsstellen eingerichtet. Kleine Holzhäuser, in denen man frische Milch in Mehrwegflaschen abfüllen kann, wo es Eier von freilaufenden Hühnern und Fleisch und Wurst von den Strohschweinen und Rindern des Bauernhofs gibt. Oder auch Kartoffeln und Mehl und andere schmackhafte, gesunde Lebensmittel. Vor Ort kaufen, frisch, möglichst unverpackt und ohne lange Transportwege. Für uns der Lichtblick des Monats.

Der Lichtblick im Mai

Man kann es ein historisches Spektakel mit überaus ernstem Hintergrund bezeichnen. Im Jahr 1430 wurde Hof von den Hussiten überfallen und dem Erdboden gleichgemacht. Der Chronist der Stadt Hof, Enoch Widman, schrieb hierüber: „Alles wurde geblündert, viel volks erschlagen, einesteils weggefüret und beides, alte und newe stadt, zu grund ausgebrandt, auch der kirchen und gotteshäuser nicht verschonet…“ Um vom damaligen Markgrafen Steuerbefreiung für den Wiederaufbau zu bekommen, mussten sie für die Verteidigung ihrer Stadt sorgen. Bisher mit der Armbrust bewaffnet, legten sich die Bürger Feuergewehre zu. Als die Hussiten die Stadt erneut belagerten, wurde mit ihnen verhandelt. Sie zogen wieder ab, nachdem sie Geld bekommen hatten. Die Scheibenschützengesellschaft im Sigmundsgraben hatte sich bewährt. Später wurde der Name „Schlappentag“ eingeführt, weil die Handwerker erst auf den letzten Drücker in ihren Schlappen in Form von Holzpantoffeln zum Pflichtschießen kamen. Heute ist der Schlappentag immaterielles Kulturerbe in Bayern. Er wird als Hofer Nationalfeiertag begangen. Mit einem großen Festumzug der Schützen und der Handwerker durch die Innenstadt zum Schießhaisla. Dort wird dann das extra für dieses Ereignis eingebraute Schlappenbier angezapft und mit Wonne getrunken. Wegen der Corona-Pandemie musste bereits die letzten Schlappentage abgesagt werden. Auch heuer soll er nicht in gewohnter Form stattfinden, sondern eine Woche vom 13. bis 19.Juni dezentral an mehreren Plätzen in der Stadt über die Bühne gehen. Bleibt zu hoffen, dass am Traditionstag, Montag nach dem Pfingstmontag, ein würdiger Schlappentag stattfindet, dessen Geschichte (leider) durchaus Parallelen zur Gegenwart zulässt. Jetzt für Montag, den 13.Juni planen: Fröhlich feiern, aber auch ernsthaft gedenken. Für uns der Lichtblick des Monats.

Der Lichtblick im April

Schon früher war „der Eisteich“ am Theresienstein ein beliebtes Ausflugsziel für die ganze Familie. Jetzt wird die Anlage mit dem Freizeitsportzentrum fertiggestellt. Mit dem Neubau der Eishalle wurde bereits der Anfang gemacht. Seit letztem Jahr sind die Außenanlagen an der Reihe. Die Bauarbeiten für Pumptrack, Bikepark und Skatepark sind derzeit in vollem Gange.

Generationsübergreifend wurde an Alle gedacht. Schon die Kleinen mit ihrem Laufrad werden ihren Spaß haben, es stehen Fitnessgeräte zur Verfügung und zum Ausruhen und Entspannen gibt es Sitz- und Verweilmöglichkeiten, die bis hin zur Saale reichen. Auch gastronomisch wird der Eisteich wiederbelebt. Die Vereinsgaststätte des Schwimmvereins soll wieder bewirtschaftet werden, ebenso der Biergarten am Saaleufer. Für uns der Lichtblick des Monats.

Der Lichtblick im März

Der „Alte Bahnhof“ ist Kult in mehrerlei Hinsicht. Er weist durch seinen Namen darauf hin, dass früher – gegenüber – der erste Hofer Bahnhof stand. Neben dem Wirtshaus steht das Verlagsgebäude der Frankenpost. Da wurde die Zeitung gedruckt und am späten Abend, gab es im Alten Bahnhof Diskussionen über die neuesten Meldungen, gewissermaßen als Vorgänger der heutigen TV-Talkshows. Nach der Übernahme durch Mike Thulke wurde aus dem Lokal eine Musikkneipe. Die profitierte davon, dass Bands, die auf dem Weg von Berlin nach München und umgekehrt waren, vor und nach ihrer Fahrt durch die DDR im Alten Bahnhof Station machten, ein Konzert gaben und in den Gästezimmern nach einem musikalischen und meist feucht-fröhlichen Abend übernachten konnten. Da waren Größen dabei wie die Spider Murphy Gang, Klaus Lage, Heinz Rudolf Kunze, Ginger Baker, Alexis Korner und viele andere. Danach führte Erwin Fiedler (vorher „Hofer Keller“) den Alten Bahnhof bis zu seinem überraschenden Tod im Jahr 2019 weiter. Seitdem ist die Kultkneipe geschlossen. Jetzt hat das Ehepaar Önay und Taner Sevik (vorher Grillhaus Ella) das Gebäude gekauft, will es herrichten, wenn alles klappt mit Gästezimmern und Biergarten. Innen im Lokal aber soll es so erhalten bleiben wie bisher. Die Hofer Wirtshaus- und Musik-Tradition soll fortgesetzt werden. Für uns der Lichtblick des Monats.

Der Lichtblick im Februar

Gleich drei hochkarätige Feiern zu runden Stadtjubiläen gibt es in diesem Jahr. In Helmbrechts (Eigenwerbung: In Helmetz und auf der Welt is schee), steht das 600-jährige Stadtjubiläum an. Der Festkalender mit einer ganzen Reihe von Veranstaltungen steht. Leider schwebt das berühmte Corona-Fragezeichen gerade über denjenigen Festlichkeiten, zu denen viele Besucher erwartet werden. So ist das große viertägige Jubiläumsfest mit Umzug vom 15. bis 18.Juli vorgesehen. Sicher stattfinden wird der Festakt am 6.Dezember zum 600. Jahrestag der Verleihung der Stadtrechte. Daneben gibt es noch eine ganze Reihe an Kultur- und Musikveranstaltungen. Schon jetzt gibt es das speziell eingebraute Jubiläumsbier und die 600er-Jubiläumsbrezn zum genüsslichen Vorausfeiern.

Die Vogtlandmetropole Plauen, die Partnerstadt Hofs, feiert ebenfalls ein rundes Jubiläum. Im Jahr 1122 wurde Plauen als „plawe“ erstmals in der Weiheurkunde der St.Johanniskirche erwähnt. Im Zeichen dieses Jubiläums gibt es ein Jahr voller Höhepunkte unter dem Motto „Plauen900“. Das Parktheater ist im Mai Start und Ziel des Sächsischen Wandertages. Mitte Juni wird das Spitzenfest gefeiert. Auch in Schwarzenbach/Saale gibt es ein rundes Jubiläum – vor 700 Jahren wurde die Stadt zum ersten Mal urkundlich erwähnt.