Der Lichtblick im Juli

Am 1.Juni war Hofer Schlappentag – de facto Hofs Nationalfeiertag. Nur eine Woche später folgte bereits der Hofer Genussmarkt. Kann das gut gehen? Und ob! Die Menschen strömten auf den Maxplatz und nutzten das vielfältige Angebot aus Wochenmarkt und mehr als 40 zusätzlichen Spezialitätenständen. Aus dem Hofer Land und den benachbarten Grenzregionen wurde nur das Beste serviert: von der Rindfleischwurst über gebackene Klöße bis hin zu tschechischen Baumstriezeln. Aber auch türkische und arabische Spezialitäten fanden großen Anklang – und die Besucher wussten die frischen Produkte zu schätzen. Auf dem Programm standen ein Kinderkochangebot, ein Spargelschälwettbewerb der Stadträte und des OB und Musik zum Wohlfühlen. Mitten über den Platz zog sich zudem „Hofs längste Genusstafel“ mit 350 Sitzplätzen. Der Hofer Genussmarkt zeigt: Wir leben nicht nur in einer Genussregion – wir leben den Genuss. Für uns der Lichtblick des Monats.

Der Lichtblick im Juni

Am Untreusee taucht plötzlich Kunst auf. Still, geheimnisvoll und mitten in der Natur. Mal wächst ein Gesicht aus Moos an einem Baumstamm, mal entsteht aus Zapfen, Ästen und Holz eine kleine Fantasiewelt. Wer hier spazieren geht, entdeckt immer wieder neue Überraschungen. Der berühmteste anonyme Straßenkünstler der Welt ist Banksy. Seine Werke machen Mauern weltberühmt und Immobilien plötzlich Hunderttausende Euro mehr wert. Doch sein größtes Geheimnis bleibt bis heute ungelöst: Niemand weiß genau, wer er wirklich ist. Und vielleicht hat nun auch der Untreusee seinen eigenen Banksy. Oder seine Banksy. Denn auch hier erschafft jemand im Verborgenen Kunst, die Menschen berührt. Keine Farbe aus der Spraydose, sondern Naturmaterialien werden zur Leinwand der Fantasie. Moos, Holz, Rinde und Tannenzapfen verwandeln den Weg rund um die Eppenreuther Mühle in eine kleine Märchenlandschaft. Diese Kunst ist nicht laut. Sie drängt sich nicht auf. Sie wartet darauf, entdeckt zu werden. Und genau das macht sie so besonders. Der anonyme „Banksy vom Untreusee“ ist für uns der Lichtblick des Monats.

Der Lichtblick im Mai

Ein Glücksfall für die Kirchenmusik: Hof feiert seine Orgelgeschichte In unserer Region gibt es Koryphäen, auf die wir mit Recht stolz sein können. Keine klassische Regionalprominenz, aber hochgeschätzt in der Fachwelt. Im Bereich der Kirchenmusik beispielsweise die Hofer Familie Stühlmeyer. Dr. Barbara Stühlmeyer ist unter anderem eine international renommierte Hildegard-von-Bingen-Expertin, ihr Mann, Musikdirektor Dr. Ludger Stühlmeyer, stand mit seinen Kompositionen teilweise sogar im persönlichen Austausch mit dem Papst. Beide haben zahlreiche Bücher und Musikwerke veröffentlicht und organisieren hochkarätige Veranstaltungen. So arbeiten sie aktuell beim 1. Hofer Kirchenmusikfestival von Ludger Stühlmeyer zusammen. Anlass ist ein besonderes Jubiläum: 650 Jahre erste urkundlich erwähnte Orgel in Hof. Oder hätten Sie gedacht, dass Hof mit dem Jahr 1376 zu den ältesten nachweisbaren Orgelstandorten Bayerns zählt? Ab dem 3.Mai läuft daher über fünf Monate hinweg ein breit gefächertes Programm mit Orgelmusik aus allen Epochen, Angeboten für Kinder, Vorträgen, Führungen und natürlich Gottesdiensten. Viele überraschende Gäste haben sich angekündigt. Beispielsweise spielt ein Chefarzt des Hofer Sana Klinikums, der früher Domorganist in Zagreb war. Auch der bayerische Innenminister Joachim Herrmann hat sich als Schirmherr zum Eröffnungsgottesdienst in die Marienkirche am 3.Mai um 10 Uhr angekündigt. Dort werden erstmals seit der Reformation Gesänge aus dem Hofer Franziskaner- und Klarissenkloster erklingen. Viele Städte beneiden Hof um eine solche Ausnahmefamilie. Für uns ist sie der Lichtblick des Monats.

Der Lichtblick im April

Von wegen quietschende Streichkonzerte auf unbequemen Stühlen. Wer aus Angst vor Klassik die Konzerte der Hofer Symphoniker verpasst, ist selbst schuld. Zum 80. Jubiläum zeigt das Orchester, was in ihm steckt. Das Konzert „The Sound of James Bond“ versetzte die Freiheitshalle in die actionreiche Welt des berühmtesten Geheimagenten aller Zeiten. Legendäre Soundtracks wie „Skyfall“ und „Goldfinger“ erklangen mit voller Wucht – begleitet von der deutschen Stimme des von Daniel Craig verkörperten James Bond, live auf der Bühne und mit vielen spannenden Hintergrundgeschichten. Der nächste Höhepunkt, „Amadeus rockt“, ist bereits ausverkauft. So soll es sein. Für Familien steht im April das berühmte Kinderbuch „Der kleine Prinz“ auf dem Programm, im Dezember folgt das unverwechselbar weihnachtliche Filmkonzert „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“. Was 1945 im Nachkriegs-Hof mit vielen Sudetenflüchtlingen begann, ist heute ein Aushängeschild für Hof – und ein Beweis dafür, dass Hochkultur alles andere als abgehoben ist.

Der Lichtblick im März

Im März blickt die deutsche Eisenbahnwelt nach Hof: Der Fahrgastverband ProBahn hält hier seinen Bundesverbandstag 2026 ab – und erinnert damit an die lange und prägende Geschichte der Hofs als Eisenbahnerstadt. Noch heute zeugt das imposante Empfangsgebäude des Sächsisch-Bayerischen Bahnhofs mit seinen Königsälen von dieser bedeutenden Vergangenheit. Doch das Dornröschen bröckelt vor sich hin. Die Stadt Hof will beim Eigentümer, der Bahn, Bewegung in die Sache bringen; mit einer Machbarkeitsstudie und verschiedenen Arbeitsgruppen zum Handeln. Die Eisenbahnfreunde werden zweifellos beeindruckt sein, wenn ihre Blicke über die prunkvollen historischen Decken schweifen – allerdings dürfte die Begeisterung schnell verfliegen, wenn die Gäste die sanitären Anlagen aufsuchen. Der Verbandstag will das Thema Schiene feiern, aber auch den Finger in die Wunde legen. Kaum ein Ort könnte geschichtsträchtiger sein: 1989 blickte die Welt nach Hof – dem Tor zur Freiheit für Tausende Prager Botschaftsflüchtlinge. Die Stadt wurde als offizieller Ort der Demokratiegeschichte ausgezeichnet. Wenn ein solcher Ort verfällt – welches Zeichen setzt das für die Demokratie?

Der Lichtblick im Februar

Am Aschermittwoch ist alles vorbei, sagt ein altes Faschingslied, heißt in diesem Jahr also am 18.Februar. Bis dahin ist der Faschingskalender prall gefüllt mit Terminen für große und kleine Narren. In der Region laden Vereine und Gaststätten zum Faschingstreiben ein. Besonders freuen darf man sich auf die Umzüge in Töpen, Marktredwitz, Arzberg und Plauen. Auch die Zuschauer sollten sich zumindest mit Hütchen, Pappnase oder anderem lustigen Utensil ausstatten und gute Laune mitbringen. Eine besondere Tradition lebt am Rosenmontag in Bischofsgrün im Fichtelgebirge auf. Dort wird versucht, mit dem Bau des größten Schneemanns einen Rekord aufzustellen. Am Aschermittwoch ist das närrische Treiben vorbei. Zumindest bei uns in der Region. Einen schönen Februar wünscht Ihr hof-programm-Team.

Der Lichtblick im Januar

Es war die spektakulärste Flucht in der Geschichte der DDR. So unglaublich das weltweit darüber berichtet wurde und zwei abendfüllende Kinofilme darüber gedreht wurden. Am 16. September 1979 gelang den Familien Wetzel und Strelzyk die Flucht mit einem selbst konstruierten und gebauten Heißluftballon. Auch in den USA fand die Flucht von Pößneck über die innerdeutsche Grenze nach Naila soviel Aufmerksamkeit das 1982 ein spannender Kinofilm unter dem Titel: „Mit dem Wind nach Westen“ gedreht wurde. Erneut verfilmt als Thriller wurde die Geschichte unter dem Titel: Ballon“, 2018 von Michael Herbig. Über Jahre wurde der Originalballon an das Haus der Bayerischen Geschichte in Regensburg ausgeliehen. Nach Beendigung der aufwändigen Renovierungs- und Umbauarbeiten am ehemaligen Weka-Kaufhaus die sich über acht Jahre hinzogen fand der Ballon jetzt endgültig seine Heimat in Naila. Mit VR-Brillen können die Besucherinnen und Besucher die Flucht realistisch nacherleben. Geöffnet ist das Heimatmuseum im Bürger- und Familienzentrum „Forum Naila“ zur Zeit immer sonntags, jeweils von 14 bis 17 Uhr.

Der Lichtblick im Dezember

Nach der stillen Zeit im November kommt im Dezember wieder Leben in die Bude. In der Adventszeit bieten sich viele Möglichkeiten, Advents-, Christkindles-, Lebkuchen- und Weihnachtsmärkte zu besuchen. Dabei können sich die Gäste nicht nur selbst verwöhnen, sondern sich auch mit einer Vielzahl von Ideen für das bevorstehende Weihnachtsfest versorgen. Ideal ist es natürlich, wenn dabei auch das Wetter mitspielt: Schneefall, winterliche Temperaturen und Glühweinstimmung. Für Sportfreunde wird es in den höheren Lagen des Fichtelgebirges und des Frankenwaldes interessant, wenn Abfahrten und Langlaufstrecken zum Wintersport einladen. Nach den Feiertagen steht schon der Jahreswechsel bevor. Bleiben Sie weiterhin bestens informiert mit Ihrem hof-programm. Guten Rutsch ins neue Jahr und alles Gute wünscht Ihnen das hof-programm-Team.

Der Lichtblick im November

Wer Jugendliche zuhause hat, der weiß, wie schwer der Kampf gegen das Smartphone ist. Endgegner Handy. Benutzt von einer Generation, deren Anspruchshaltung und Leistungsbereitschaft sich im schlimmsten Fall diametral gegenüberstehen. Und dann gibt es die Landjugend. Junge Menschen, die nicht weniger Internet-affin sind, aber die KI für den Zusammenhalt nutzen. Zum Beispiel neulich um professionell einen dreitägigen oberfränkischen Landjugendtag auf die Beine zu stellen. Tradition trifft Innovation. Muck-Turnier, Gottesdienst, Erntekronen- und Volkstanz-Wettbewerb fanden im futuristischen Hangar auf dem Flughafengelände statt.Tausende Menschen strömten nach Pirk. Top organisiert, wie so vieles, das die Landjugend in die Hand nimmt. Wir erinnern aber auch unter anderem an den Neubau des Spielplatzes am Auensee in Joditz mit Piratenschiff, Liegen, Parkbänken und Überfahrt zur Insel. Erschaffen in einer 70-Stunden-Aktion von einer der aktivsten Landjugend-Gruppen: Zedtwitz. 820 Einwohner; 10% sind aktive Mitglieder. Dieses Ehrenamt war sicher ein Grund dafür warum Zedtwitz gerade zu einem der schönsten Dörfer Europas gekürt wurde. Die “großen” Landwirte gehen mit gutem Beispiel voran und sorgen für leuchtende Kinderaugen in Hof beim Weihnachtsumzug mit geschmückten Traktoren. Hoffentlich in diesem Jahr wieder.

Der Lichtblick im Oktober

Es ist ein Schmuckstück im Dornröschenschlaf: das Hofer Scala Filmtheater. Deutschlandweit eines der letzten seiner Art und seit Anfang des Jahres geschlossen. Sein Retro-Charme mit dem Glamour vergangener Tage hatte Kultcharakter. Für die Kinobesucher war es eine Zeitreise, wenn die Buchstaben der Anzeigentafel über dem Eingang von Hand angebracht wurden und im prächtigen Theatersaal mit Empore die dunkelrot-samtenen Kinosessel warteten. Jetzt steht fest: Auch für die diesjährigen internationalen Hofer Filmtage öffnet das Scala seine Pforten nicht. Dabei war es der Geburtsort der Filmtage und tausender Filmpremieren. Ein herber Verlust. Doch getreu dem Winston-Churchill-Motto „Keine Krise sollte verschwendet werden“ haben die Filmtage-Macher kreativ und findig neben dem Central Kino drei Pop-up-Kinosäle aus dem Hut gezaubert: die Tanzschule The Arts, die Neustädter Turnhalle und das Haus der Musik der Hofer Symphoniker. Damit zeigen die Internationalen Hofer Filmtage wieder einmal, dass sie sich neu erfinden können. Wir erinnern uns an den plötzlichen Tod des Filmtage-Vaters Heinz Badewitz. Nach den ersten Unkenrufen („Sind die Filmtage ohne Badewitz möglich?“) stiegen sie wie Phönix aus der Asche. Vielleicht gelingt das auch dem Scala Kino. Spätestens 2029. Dann feiert das altehrwürdige Filmtheater seinen 100. Geburtstag – hoffentlich würdig.