Der Lichtblick im Oktober

Wer sagt eigentlich, dass eine Trafostation grau und langweilig sein muss? In der Kreuzsteinstraße beweisen die Stadtwerke Hof gerade das Gegenteil. Die Künstlerin Carmen Vogt hat aus dem technischen Zweckbau ein farbenfrohes Stück Hof gemacht. Bekannte Hofer Motive und Stadtansichten finden sich hier eingebettet in eine detailreiche grüne Landschaft. Die Gestaltung ist Teil eines Projekts, mit dem die Stadtwerke seit 2020 Versorgungsstationen in Hof und Umgebung künstlerisch aufwerten. Aus grauen Kästen werden so kleine Kunstwerke am Straßenrand. Und das Ganze hat noch einen erfreulichen Nebeneffekt: Die bereits gestalteten Stationen blieben bislang von Schmierereien verschont. Eine schöne Idee, die zeigt, dass manchmal schon ein bisschen Farbe reicht, um das Stadtbild ein gutes Stück lebenswerter zu machen. Also beim nächsten Weg durch die Kreuzsteinstraße ruhig einmal genauer hinschauen. Für uns ein farbenfroher Lichtblick des Monats.

Der Dicke Hund im Oktober

Der Dicke Hund weiß: Wo gebaut wird, geht etwas voran. Und in Hof geht derzeit offenbar besonders viel voran. Wer sich durch die Stadt bewegt, begegnet Umleitungen, Absperrbaken und Baustellenampeln inzwischen fast so regelmäßig wie dem Wärschtlamo. Das wäre alles halb so wild, wenn da nicht diese Sache mit den Zeitplänen wäre. Bestes Beispiel: die Ortsdurchfahrt Haidt. Eigentlich sollte die B173 dort bis Dezember 2026 fertig sein. Nun heißt es: drittes Quartal 2027. Grund sind unter anderem Versorgungsleitungen, die anders liegen als in den vorhandenen Unterlagen verzeichnet. Immerhin soll die Straße während der Winterpause wieder befahrbar sein. Und auch in Krötenbruck heißt es länger Geduld haben. Der Umbau der Eppenreuther Straße samt Rauhbachbrücke und Kreuzung am Südring sollte ursprünglich ebenfalls Ende 2026 abgeschlossen sein. Inzwischen lautet der Zeitplan: Ende 2027. Auch hier sorgten unter anderem notwendige Arbeiten an Versorgungs- und Hausanschlüssen für Verzögerungen. Natürlich weiß auch der Dicke Hund, dass sich unter einer Straße so manche Überraschung verstecken kann. Trotzdem fragt er sich: Wie kann aus „Ende 2026“ gleich zweimal „irgendwann 2027“ werden? Vielleicht sollte man bei künftigen Baustellen vorsichtshalber nicht mehr fragen: „Wann seid ihr fertig?“, sondern: „In welchem Jahr ungefähr?“ Denn gebaut werden muss. Aber wer monatelang Umwege fährt, darf zumindest hoffen, dass aus angekündigten Zeitplänen nicht regelmäßig Wunschzettel werden. Für uns: der Dicke Hund des Monats.

Der Dicke Hund im Juni

Der Dicke Hund erinnert sich: Cocktailschlürfen am Saalestrand, eine stimmungsvoll illuminierte Natur, eine große Wasserfontäne mitten in der Saale, Wasser plätschert und lokale Bands und DJs sorgen für die musikalische Umrahmung. Das war über viele Jahre das Erfolgskonzept des Saaleauenfestes. Lachende Familien, die mit Wasserpistolen sich nass spritzen und Stadträte, die ehrenamtlich an der Kasse sitzen. Gefühlt halb Hof befand sich an diesem Abend in Urlaubsstimmung. Und das Beste: Die Veranstaltung spülte sogar Geld in die Kasse. Wichtige Einnahmen, die wiederum für den lokalen Einzelhandel eingesetzt wurden. Dann kam der Wechsel an der Spitze des Stadtmarketings. Warum dieser ausgerechnet das Erfolgsmodell Saaleauenfest rundum erneuern musste, hat sich den Hofern nie erschlossen. Erst recht nicht, als die erste Veranstaltung aufgrund teurer Bands ein finanzielles Loch ins Budget riss – und schon gar nicht, als dieses Minus-Konzept noch zweimal wiederholt wurde. Die Leitung des Stadtmarketings hat sich inzwischen verabschiedet und die Hofer hoffen, ihr Vorzeige-Sommer-Event zurückzubekommen. Doch falsch gedacht: Das Fest wird in diesem Jahr ausgesetzt „aufgrund personeller Veränderungen innerhalb des Vereins, der damit verbundenen kurzfristigen Planungssituation sowie aktueller wirtschaftlicher Unsicherheiten und finanzieller Risiken.“ Zumindest nächstes Jahr, also 2027, dürfen wir uns nach dem Hofer Volksfest wieder das Saaleauenfest im Kalender eintragen – hoffentlich so, wie wir es kennen und lieben. Gerne wieder mit Hofer Organisationen und Vereinen wie dem SV Hof mit seinen Kanuten und den Reservisten der Bundeswehr, die Besuchern dabei helfen, sich wie Indiana Jones über die Saale zu hangeln. Weniger „Rock im Park“ und mehr Familienurlaub mit Freunden. Für uns der Dicke Hund des Monats.

Der Lichtblick im April

Von wegen quietschende Streichkonzerte auf unbequemen Stühlen. Wer aus Angst vor Klassik die Konzerte der Hofer Symphoniker verpasst, ist selbst schuld. Zum 80. Jubiläum zeigt das Orchester, was in ihm steckt. Das Konzert „The Sound of James Bond“ versetzte die Freiheitshalle in die actionreiche Welt des berühmtesten Geheimagenten aller Zeiten. Legendäre Soundtracks wie „Skyfall“ und „Goldfinger“ erklangen mit voller Wucht – begleitet von der deutschen Stimme des von Daniel Craig verkörperten James Bond, live auf der Bühne und mit vielen spannenden Hintergrundgeschichten. Der nächste Höhepunkt, „Amadeus rockt“, ist bereits ausverkauft. So soll es sein. Für Familien steht im April das berühmte Kinderbuch „Der kleine Prinz“ auf dem Programm, im Dezember folgt das unverwechselbar weihnachtliche Filmkonzert „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“. Was 1945 im Nachkriegs-Hof mit vielen Sudetenflüchtlingen begann, ist heute ein Aushängeschild für Hof – und ein Beweis dafür, dass Hochkultur alles andere als abgehoben ist.

Der Lichtblick im März

Im März blickt die deutsche Eisenbahnwelt nach Hof: Der Fahrgastverband ProBahn hält hier seinen Bundesverbandstag 2026 ab – und erinnert damit an die lange und prägende Geschichte der Hofs als Eisenbahnerstadt. Noch heute zeugt das imposante Empfangsgebäude des Sächsisch-Bayerischen Bahnhofs mit seinen Königsälen von dieser bedeutenden Vergangenheit. Doch das Dornröschen bröckelt vor sich hin. Die Stadt Hof will beim Eigentümer, der Bahn, Bewegung in die Sache bringen; mit einer Machbarkeitsstudie und verschiedenen Arbeitsgruppen zum Handeln. Die Eisenbahnfreunde werden zweifellos beeindruckt sein, wenn ihre Blicke über die prunkvollen historischen Decken schweifen – allerdings dürfte die Begeisterung schnell verfliegen, wenn die Gäste die sanitären Anlagen aufsuchen. Der Verbandstag will das Thema Schiene feiern, aber auch den Finger in die Wunde legen. Kaum ein Ort könnte geschichtsträchtiger sein: 1989 blickte die Welt nach Hof – dem Tor zur Freiheit für Tausende Prager Botschaftsflüchtlinge. Die Stadt wurde als offizieller Ort der Demokratiegeschichte ausgezeichnet. Wenn ein solcher Ort verfällt – welches Zeichen setzt das für die Demokratie?

Der Dicke Hund im März

Der „Innenstadt-Papst“ Christian Klotz nannte bei seinem vielbeachteten Vortrag 2019 die Altstadt-Passage einen „Schandfleck“. Das mag manchem dort ansässigen Geschäft nicht gerecht werden. Doch mit dem seit zwei Jahren blinkendem „Spiele-Laden“ gewinnt die Beschreibung des Innenstadt-Experten an Plausibilität. Wer sich unter einem „Spiele Laden“ Tisch-Kicker, UNO und liebevoll sortierte Puzzles vorstellt, der irrt. Stattdessen stehen Spielautomaten und -konsolen in verschiedensten Ausführungen in einem schmucklosen Raum, der zum Zocken animiert – ohne Toilette, aber mit Kaugummiautomat. Blinklichter, Soundeffekte, Dauerbeschallung. Zielgruppe: Kinder und Jugendliche. Bei ähnlichen Plänen für Kulmbach gab es kritische Stimmen im Stadtrat. Hauptargument: die Spielsucht werde gefördert. Automaten sind mit über 80 Prozent die häufigste Form von Spielsucht. Und selbst wenn es nicht soweit kommt, ist es immer ein trauriger Anblick, wenn Kinder wie in Trance vorm Bildschirm sitzen. Zugegeben – solche Szenen kennt man auch vom heimischen Smartphone. Man könnte sich beim Angebot für Familien aber auch nach oben orientieren statt nach unten. Zum Beispiel am neu eröffneten Café „Honighaus“ nahe der Marienkirche: ein Familiencafé mit großzügigem Spielebereich, gepflegter Einrichtung, einer herzlichen persönlichen Betreuung und Atmosphäre zum Verweilen. So kann Innenstadt auch gehen.

Der Lichtblick im Dezember

Nach der stillen Zeit im November kommt im Dezember wieder Leben in die Bude. In der Adventszeit bieten sich viele Möglichkeiten, Advents-, Christkindles-, Lebkuchen- und Weihnachtsmärkte zu besuchen. Dabei können sich die Gäste nicht nur selbst verwöhnen, sondern sich auch mit einer Vielzahl von Ideen für das bevorstehende Weihnachtsfest versorgen. Ideal ist es natürlich, wenn dabei auch das Wetter mitspielt: Schneefall, winterliche Temperaturen und Glühweinstimmung. Für Sportfreunde wird es in den höheren Lagen des Fichtelgebirges und des Frankenwaldes interessant, wenn Abfahrten und Langlaufstrecken zum Wintersport einladen. Nach den Feiertagen steht schon der Jahreswechsel bevor. Bleiben Sie weiterhin bestens informiert mit Ihrem hof-programm. Guten Rutsch ins neue Jahr und alles Gute wünscht Ihnen das hof-programm-Team.

Der Dicke Hund im Dezember

„Hof, Braustätte guter Biere.“ – Mit diesem Spruch schmückte sich die Stadt Hof zu einer Zeit, als es dort noch zahlreiche Braustätten gab – und warb damit auf Briefen, die von Hof in alle Welt gingen. Von einst zehn Brauereien in der Stadt sind heute nur noch zwei übrig geblieben: die Scherdel und die Meinel-Bräu. Anfang 2027 wird die Scherdel-Brauerei Produktion und Vertrieb in Hof einstellen, sodass nur noch die Meinel-Bräu bleibt. Und es sieht danach aus, dass zwei junge Frauen die Hofer Biertradition am Leben erhalten werden: Gisela und Monika Meinel-Hansen. Zum Glück gibt es mit der Brauerei Stelzer in Fattigau noch eine weitere, familiengeführte Braustätte im Hofer Land, die ebenfalls auf eine jahrhundertealte Tradition zurückblicken kann. In den vergangenen Jahrzehnten haben die Brauriesen immer mehr kleine Brauereien vereinnahmt. Deshalb wird „Bier von hier“ immer mehr zur Ausnahme. Im kommenden Jahr kann die Stadt Hof noch zwei Braustätten vorweisen – ein Jahr später, 2027, bleibt nur noch die von Frauenpower geführte Meinel-Bräu als Hofer Braustätte übrig. Von zehn Brauereien auf nur eine im Jahr 2027 – das ist für uns der dicke Hund des Monats.

Der Dicke Hund im November

„Hof – Braustätte guter Biere“ das war Jahrzehnte lang ein Werbespruch der Hofer Brauereien, Er trifft auch heute noch zu, aber es wird eng. Bereits in den 70er Jahren begann das Brauereisterben. Die Brauerei Scherdel übernahm die SchmidtsHeiner und legte diese still. Der Brauereikonzern EKU der die Hofer Brauereien Bavaria, Deininger-Kronenbräu und Georg Weidner und die Brau AG, Nürnberg die die Hofer Löwenbräu übernommen hatten haben diese aus Rationalisierungsgründen in den 80ern eingestellt und die Zahl der Brauereien halbierte sich. Dabei sah es nach der Grenzöffnung für die Brauereien in Hof so aus, als könnten alte Absatzgebiete in Sachsen und Thüringen zurückgewonnen werden, doch hier war die Übermacht der konkurrierenden auswärtigen Großbrauereien zu groß. Anfang der 2000er wurde in Hof der Betrieb der Bürgerbräu, Falter und Zeltbräu eingestellt. Die Brauerei Scherdel wurde von der EKU, Kulmbach übernommen und als eigener Betrieb weitergeführt. Von ehemals einer Vielzahl von Braustätten des edlen Gerstensaftes sind damit gerade noch zwei übrig geblieben. Meinel als reine Privatbrauerei und Scherdel als Tochter der Kulmbacher Brauerei AG. Diese hat nun angekündigt, die Produktion Ende 2026 in Hof einzustellen. Es ist ziemlich einsam geworden um das Bier von hier. Damit bleibt von den Hofer Braustätten gerade noch die private Meinel-Bräu übrig.

Der Lichtblick im Januar

„Fußball ist unser Leben, denn König Fußball regiert die Welt“ sang vor 50 Jahren schon die deutsche Nationalmannschaft. Doch auch großer Fußball fängt im Kleinen an, mit dem Spaß am Ballspiel zusammen mit anderen Jungs und Mädchen. Das dachte sich auch Bastian Richter von your-performance.de. Er veranstaltet zusammen mit dem Projektteam Hofer Land, dem 1.FFC Hof (Frauenfußball) und anderen die „1.Fußballtage Hofer Land“. Sie bieten in den kommenden Sommerferien ein ganzes Wochenende voller Spiel, Spaß, guter Laune und natürlich Fußball. Dazu eingeladen sind Kinder und Jugendliche aus dem Hofer Land im Alter zwischen 9 und 15 Jahren. Dabei spielt es keine Rolle, ob Junge oder Mädchen, Anfänger oder „Profi“, Feldspieler oder Torwart, mit oder ohne Vereinszugehörigkeit. Qualifizierte und erfahrene Trainer leiten die Kids drei Tage lang durch Trainingseinheiten sowie spielerische Übungs- und Wettkampfformen. Neben Fußball sind auch Info, Community und ein richtig schönes Rundum-Programm geboten, verspricht die Hofer Oberbürgermeisterin Eva Döhla. Die Fußballtage finden vom 15. bis 17.August statt. Veranstaltungsort ist die Sportstätte des 1.FFC Hof in der Ossecker Straße. Infos und Anmeldung unter www.hofer-land.de/fussballtage. Der Preis beträgt 99 Euro inkl. Trikotshirt, Hose, Trinkflasche und Verpflegung. Bis Ende Januar gilt ein Aktionspreis von 84 Euro. Für uns der Lichtblick des Monats.