Der Lichtblick im Februar

Viel zu oft wird in diesen Zeiten beklagt, dass die Menschen unter Einsamkeit leiden, die Geselligkeit fehlt. Da ist es gut, wenn man sich daran erinnert, dass schon ein Kartenspiel und ein paar Mitspieler genügen, um Abhilfe zu schaffen. Wie es geht, wurde jetzt im Schützenhaus in Münchberg eindrucksvoll gezeigt. extra-radio hatte zum 1.Weltschafkopftag eingeladen und alle waren gekommen. Landräte, Lokalpolitiker, Kartlfans der Feuerwehren und aus der Landwirtschaft, Wissenschaftler, Historiker, UnternehmerInnen, Schafkopfvereine, sogar der amtierende Weltmeister aus München. Aber eben auch blutige Anfänger, denen das Schafkopfen einfühlsam beigebracht wurde. Selbst die Lehrer des Philologenverbands wollen das Kartenspiel in Bayern auf den Stundenplan nehmen. Für Schmunzeln und Applaus sorgte in Münchberg ein T-Shirt mit der Aufschrift „Fridays for Schafkopf!“. Nach wie vor wird Schafkopf gerne in urigen Wirtshäusern gespielt. Doch längst nicht nur bei Bier und Brotzeit werden Spiel, Solo oder Wenz angekündigt, sondern auch zuhause, im Vereinsheim oder im Sommer im Biergarten. Schafkopf erobert die Welt. Für uns der Licktblick des Monats.
(Fotos: Frank Wunderatsch)

Der Dicke Hund im Februar

Der dicke Hund ist kein Wissenschaftler und kein Jurist. Aber ein Hund mit gesundem Menschenverstand, wenn man das mal so sagen darf. Da gab es in den zurückliegenden Wochen zwei Vorfälle, die für Schlagzeilen sorgten. In Hof wurde einer Mineralölfirma aus Schwarzenbach/Saale vorgeworfen, „über 37 Millionen Liter Schmieröl im Wert von rund 52 Millionen Euro zweckwidrig und unversteuert als Dieselkraftstoff an Gewerbekunden und über Tankstellen an Endverbraucher im Bundesgebiet“ verkauft zu haben. Dem Staat könnte hierdurch ein Steuerschaden von über zwanzig Millionen Euro entstanden sein. Der Schwarzenbacher Firmenchef wurde daraufhin zur Untersuchungshaft ins Gefängnis eingeliefert. Obwohl die Anwälte gegenüber dem Gericht darlegten, dass die Firma selbst von den Öllieferanten hereingelegt worden sei, blieb die Justiz hart. Die Konten wurden gesperrt, die Firma an den Rand der Insolvenz getrieben.Der Firmenchef musste ins Gefängnis, selbst über Weihnachten und Neujahr. Erst Mitte Januar durfte der Schwarzenbacher wieder nach Hause, Firmengelder und der Fuhrpark wurden freigegeben. Soviel also zum Thema Verhaften und Wegsperren von Unternehmern, denen etwas vorgeworfen wird, was noch lange nicht bewiesen ist. Anders mahlen die Mühlen der Justiz in Deutschland, wenn es um Personen geht, deren Gewaltbereitschaft bekannt ist, so wie beim Messerstecher von Aschaffenburg. Der 28-jährige afghanische Asylbewerber hatte eine Liste an Vorstrafen, hatte versucht, einem Polizisten die Pistole zu entreißen, eine Ukrainerin mit dem Messer angegriffen und vieles mehr. Kurz vor Weihnachten sollte der Mann eine Ersatzfreiheitsstrafe antreten, erscheint aber nicht in der JVA. Also bleibt er auf freiem Fuß. Was dann am 22.Januar geschah, ist an Grausamkeit nicht zu übertreffen. Der Asylbewerber erstach am helllichten Tag einen zweijähriger Kindergartenbuben und einen 41-jährigen Mann, der mutig eingreifen wollte. Der Dicke Hund ist erschüttert. Und er stellt sich die Frage, warum ein bis dato unbescholtener Kaufmann wegen eines Tatvorwurfs, der noch nicht einmal bewiesen ist, Weihnachten und zum Jahreswechsel hinter Gittern bleiben muss, während amtsbekannte Kriminelle, die eine Gefahr für die Bevölkerung darstellen, frei herumlaufen. Die Geschichten sind noch nicht zu Ende geschrieben, für uns aber schon jetzt der Dicke Hund des Monats.

Hofoskop: Wassermann (21.01.-19.02.)

Der Wassermann ist einer der Gewinner im Jahr 2025. Körper, Seele und Geist sind in Balance. Besser kann man nicht ins neue Jahr starten. Der Wassermann steht von Natur aus permanent unter Strom und ist voller Ideen und Tatendrang. Dank Jupiter in Ihrem Sternzeichen sind Sie 2025 besonders euphorisch, optimistisch und ambitioniert. Saturn verleiht einen starken Willen und hilft dabei, Gedanken zu ordnen. Kurz: Sie sind fest entschlossen, glücklich zu sein und alles zu erreichen, was Sie sich wünschen. Das führt dazu, dass Sie manchmal vergessen, sich auszuruhen. Vorsicht vor Stress und steigender Wut, wenn Sie unerwarteten Hindernissen, unkooperativen Menschen und scharfer Kritik begegnen. Selbst wenn alles gut läuft, neigen Sie dazu, sich selbst unter Druck zu setzen und Probleme zu sehen, die nur in Ihrem Kopf existieren. Versuchen Sie nicht zu hohe Ansprüche an sich selbst zu stellen. Meditation kann Ihnen helfen.

Der Lichtblick im Januar

„Fußball ist unser Leben, denn König Fußball regiert die Welt“ sang vor 50 Jahren schon die deutsche Nationalmannschaft. Doch auch großer Fußball fängt im Kleinen an, mit dem Spaß am Ballspiel zusammen mit anderen Jungs und Mädchen. Das dachte sich auch Bastian Richter von your-performance.de. Er veranstaltet zusammen mit dem Projektteam Hofer Land, dem 1.FFC Hof (Frauenfußball) und anderen die „1.Fußballtage Hofer Land“. Sie bieten in den kommenden Sommerferien ein ganzes Wochenende voller Spiel, Spaß, guter Laune und natürlich Fußball. Dazu eingeladen sind Kinder und Jugendliche aus dem Hofer Land im Alter zwischen 9 und 15 Jahren. Dabei spielt es keine Rolle, ob Junge oder Mädchen, Anfänger oder „Profi“, Feldspieler oder Torwart, mit oder ohne Vereinszugehörigkeit. Qualifizierte und erfahrene Trainer leiten die Kids drei Tage lang durch Trainingseinheiten sowie spielerische Übungs- und Wettkampfformen. Neben Fußball sind auch Info, Community und ein richtig schönes Rundum-Programm geboten, verspricht die Hofer Oberbürgermeisterin Eva Döhla. Die Fußballtage finden vom 15. bis 17.August statt. Veranstaltungsort ist die Sportstätte des 1.FFC Hof in der Ossecker Straße. Infos und Anmeldung unter www.hofer-land.de/fussballtage. Der Preis beträgt 99 Euro inkl. Trikotshirt, Hose, Trinkflasche und Verpflegung. Bis Ende Januar gilt ein Aktionspreis von 84 Euro. Für uns der Lichtblick des Monats.

Der Dicke Hund im Januar

Große Kannen begrüßen die Autofahrer, die in die Große Kreisstadt Selb einfahren: „Porzellanwelt Selb“. Doch diese Porzellanwelt ist in Gefahr. Die letzte von ehemals acht Porzellanfabriken, Rosenthal, ist in Gefahr. Hohe Kosten erfordern einen Sparzwang, der auch die derzeit 600 Mitarbeiter betrifft. Derzeit wird das „Weiße Gold“ in den Werken Selb und Speichersdorf hergestellt. Eines der Werke soll geschlossen werden. Wenn es den Standort Selb treffen würde, wäre das das Ende einer ruhm- und erfolgreichen Tradition. Denn Rosenthal ist nicht nur Porzellan, es ist Kult. Welberühmte Künstler haben exclusive
Serien für Rosenthal gefertigt. Das Theater in Selb trägt den Namen. Jedes Jahr zum Weihnachtsmarkt ist Europas größter mit Porzellan geschmückter Weihnachtsbaum die Attraktion. Der Welt größter Porzellanflohmarkt zieht jährlich Tausende von Besuchern aus aller Welt an. Die „Porzelliner“ müssen ihre Arbeitsplätze in Selb behalten, Selb muss Porzellanstadt bleiben. Jetzt ist Rosenthal ebenso gefordert wie die Gewerkschaften und die Politiker, die sich nicht nur für die Automobil- sondern auch für die Porzellanindustrie einsetzen müssen. Selb als Porzellanstadt erhalten! Alles andere wäre für uns der Dicke Hund des Monats.

Hofoskop: Steinbock (22.12.-20.01.)

Der Steinbock-Geborene will ganz hoch hinaus im Leben. Nicht umsonst ist Steinbock das Zeichen des Herrschers und der Gesetzgebung. Daher ist er ein guter Redner und sehr diszipliniert, wenn es um ein für ihn wichtiges Thema geht. Viele Menschen, die eine natürliche Autorität haben und Verantwortung übernehmen, haben diese Steinbock-Energie. So zäh zu sein kann aber auch ein großer Nachteil des Steinbocks sein. Er kann sich sehr auf ein Thema versteifen, um es perfekt zu machen und lässt alles andere hinter sich. Sonst sind sie loyale und verlässliche Freunde. Wer einmal Probleme hat, kann zu einem Steinbock-Geborenen gehen, er wird helfen. Allerdings ist er immer sehr beschäftigt und kann daher nicht oft zu Treffen oder Feiern kommen. Steinböcke sind zwar kontrolliert, aber sie haben durchaus auch leidenschaftliche Anteile. Tipp für Steinbock-Geborene: Suchen Sie sich jemanden, der diese sinnliche Seite in Ihnen herauskitzelt.

Der Lichtblick im Dezember

Ein Wort, das bei jedem Einheimischen ein Lächeln ins Gesicht zaubert: der Scherbfl“. Egal ob man es mit „e“ oder „ä“, mit „b“ oder „p“ schreibt, die Bedeutung ist immer die gleiche: ein Endstück. Ein sehr wichtiges sogar. Bei jedem neugeborenen Kind zeigt ein Blick zwischen die Beinchen, ob es ein Bub oder ein Mädchen ist. Hat es einen Schnerbfl bei Babys liebevoll fränkisch „Schnerbferla“ – ist es ein Bub, ansonsten ein Mädchen. Auch anderweitig hat das Wort Bedeutung. Beispielsweise als Ausgießer bei der Kaffee-, Tee- oder Milchkanne, deren Inhalt über den Schnerbfl ausgegossen wird. Die Bezeichnung „du older Schnerbfl“ hingegen gilt einem Mann, der sich seltsam komisch benimmt oder ausdrückt, vergleichbar mit dem bayerischen „Zipflklatscher“ oder dem urhoferischen „Ujai“. Besondere Bedeutung hat der Schnerbfl in der Metzgerei. „Alles hat ein Ende nur die Wurst hat zwei“ sang schon Stefan Remmler. Das sind die zwei Reststückla, also die Schnerbfl.Schnerbfln war in den 50er und 60er Jahren auch eine beliebte Mischung aus Sport und Freizeit bei Kindern und Jugendlichen. Mit Pfennigstücken wurde auf eine Hauswand oder ein Kellerfenster geworfen. Wer am nähsten dran war, hatte gewonnen, musste die Münzen auf der Handoberfläche aufreihen und mit einer Handdrehung auffangen. Jetzt wurde der „Schnerbfl“ zum oberfränkischen Wort des Jahres 2024 gewählt. Für uns der Lichtblick des Monats.

Der Dicke Hund im Dezember

Die 1A-Geschäftslage in Hof, die Altstadt, ist nur einen Katzensprung entfernt. Aber es sieht derzeit ziemlich düster aus in der Lorenzstraße. Immer mehr Fachgeschäfte schließen, ohne dass Nachmieter in Sicht sind. Die Folge: Leere Schaufenster, zum Teil verhängt, ein trostloser Anblick. Dabei könnte es so schön sein. Nun hilft ein Rückblick in frühere Zeiten wenig, vorbei ist vorbei. Aber es muss etwas unternommen werden. Aktive Hilfe durch die Stadt statt tatenloses Zuschauen. Wo kann leerstehende Geschäfts- und Lagerfläche in den oberen Etagen in Wohnraum umgewandelt werden? Wohnen in zentraler, verkehrsberuhigter Lage. Wie kann Gastronomie angesiedelt werden? Hier waren schon McDonalds, Eisdiele und Gaststätten zu finden. Wie kann die relativ steile Einkaufsstraße durch Sitzbänke und etwas Begrünung und im Sommer Außenbestuhlung attraktiv werden? Ein großer Anbieter wird demnächst aus der Lorenzstraße verschwinden und in die Altstadt zum Oberen Tor umziehen: das Kaufhaus Woolworth. Damit ergibt sich ein weiterer Leerstand in der Lorenzstraße. Glücklicherweise gibt es dort aber noch das Zugpferd, den Drogeriemarkt Müller, und eine Handvoll an Fachgeschäften, von Sport über Optik bis hin zum Teeladen. Neue Ideen sind gefragt. Ein Blick nach Plauen: Dort eröffnete im November das „Regionalkaufhaus“ in der Bahnhofstraße. Regionale Produkte unter einem Dach. Hieße für die Hofer Lorenzstraße: Regionalkaufhaus statt Woolworth. Das Alles zwischen Marien- und Lorenzkirche mit dem attraktiven Lorenzpark. Ein schönes Stück Hof. Doch der momentane Zustand ist für uns der Dicke Hund des Monats.

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